RS e-tron GT: Audi weckt Begehrlichkeiten

Mit viertürigen Coupés hat Audi beste Erfahrungen sammeln können. Sehr frisch im Programm ist nun eine rein elektrisch betriebene Version, der RS e-tron GT – mit fast 600 Pferdestärken.

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Ansprechend verläuft die Dachlinie des 598 PS starken RS e-tron GT.
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Von Markus Höscheler

Innsbruck – Ein Leichtgewicht ist er nicht, leichtfüßig dagegen schon: Das 4,99 Meter lange Modell wiegt nicht weniger als 2,4 Tonnen, benötigt aber nur 3,3 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h. Dass ihm das gelingt, liegt nicht an Verbrennungsmotoren. Ein standesgemäß erschienener V8-Benziner mit doppelter Turboaufladung etwa? Nein, keinesfalls! Verbaut sind dagegen Elektromotoren, um das Fließheckmodell galoppieren zu lassen. Zwei davon schaffen eine Systemleistung von 598 PS und ein Systemdrehmoment von 830 Newtonmetern. Damit bedienen sie beide Achsen, um Traktionsschwächen zu minimieren, der tief verbaute 93,4 kWh-Lithium-Ionen-Akku sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt, die direkt-präzise Lenkung vermittelt ausreichend Rückmeldung. Der Fahrdynamik bekömmlich ist außerdem eine elektronisch geregelte Differenzialsperre an der Hinterachse.

Die Beschleunigung und der speziell für den e-tron GT entworfene Sound sind zusammen eine Wucht und garantieren ein spezielles Fahrerlebnis. Und doch fährt die Angst wieder einmal mit. Aber nicht die, man könnte von der Straße abkommen oder einen anders gelagerten Unfall provozieren, denn zahlreiche Fahrerassistenzsysteme stehen parat, um sämtliche Risiken zu minimieren. Stattdessen geht es um die Reichweite – wer etwa auf der Rundstrecke die 250 km/h Höchstgeschwindigkeit ständig ausreizen will, für den wird die Normreichweite von 456 Kilometern ein weit entfernter, unerfüllter Traum bleiben. Um sich jenseits der 400-km-Marke zu bewegen, bedarf es eines stetigen Streichelns das „Gas“-Pedals, gelegentliche Ausreißer, um souveräne Überholmanöver zu absolvieren, sind jedoch inkludiert.

Um die Vorzüge des RS e-tron GT dauerhaft genießen zu können, sind nicht nur Schnellladesäulen im Umfeld essenziell, sondern auch gute finanzielle Verhältnisse von Vorteil. Denn nicht weniger als 142.506 Euro gilt es aufzubringen, um den RS e-tron GT zu erwerben. Und das ist erst der Anfang – mit Optionen Allradlenkung und adaptivem Fahrassistenten kann das Fahrerlebnis nahezu perfektioniert werden. Mit Carbondach, Head-up-Display, Matrix-LED-Scheinwerfern samt Laserlicht, Sitzbelüftung und Massagefunktion vorne lässt sich der RS e-tron GT auf eine hohe Luxusebene heben. Entsprechend darf der Testwagenpreis im Ausmaß von 183.278,60 Euro nicht wirklich überraschen. Begehrtes kann recht kostspielig werden.

Die Technik

Motor: zwei Elektromotoren

Kapazität: 93,4 kWh

Drehmoment: 830 Nm

Leistung: 440 kW/598 PS

L/B/H: 4989/1414/1964 mm

Gewicht: 2420/2860 kg

Kofferraumvolumen: 350 l

Reichweite (Norm): 456 km

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

0 – 100 km/h: 3,3 Sekunden

Verbrauch: 25 kWh/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 183.278,60 Euro

CO2-Emission: 0 g/km

Audi eröffnet den Sphären-Reigen

Ingolstadt, Salzburg – Die Vier-Ringe-Marke gefällt sich nicht nur darin, mit Pauken und Trompeten den Elektroantrieb voranzubringen, sondern auch mit einer gefälligeren Formensprache aufzufallen. In diesem Monat stellte Audi gleich zwei Concept Cars vor, nämlich das Skysphere Concept und den Grandsphere Concept (Bericht über das zweite Modell folgt nächste Woche). Den Anfang übernahm der Skysphere, bei dem es sich um einen elektrisch angetriebenen Roadster handelt, der mit einer senationellen Neuheit aufwartet: Sein Radstand lässt sich um 250 Millimeter variieren, dank einer „ausgeklügelten Mechanik“ mit „ineinander verschiebbaren Karosserie- und Rahmenkomponenten“. Im Sportmodus beträgt die Länge 4,94 Meter und ist fahrerorientiert ausgerichtet, auch dank Hinterradlenkung. Als GT mit einer Länge von 5,19 Metern fungiert er im „automatisierten ‚Grand Touring‘-Fahrmodus“, wie es von Seiten Audis heißt. Der E-Antrieb leistet bis zu 465 Kilowatt, die Reichweite liegt dank 80-kWh-Akku bei über 500 km. (hösch)


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