Wenn der E-Crossover eine Reise tut

…... kann der Fahrer viel erzählen. Taugt der DS 3 Crossback als elektrisch betriebenes, subkompaktes SUV auch für die Langstrecke?

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Nicht nur vor den Gipfeln des Hochkönigs macht der DS 3 Crossback E-Tense eine richtig gute Figur.
© Angela Fuchs

Von Martin Lugger

Spielberg – Die Wochenendtour zum MotoGP-Rennen in der Steiermark beginnt vielversprechend. Der E-Motor spielt auf der ersten Etappe seine Stärken voll aus. Dank des satten Drehmoments von 260 Nm ist man auf den kurvigen, steilen Straßen zum Hochkönig – Vorsicht! – König. Die direkte Lenkung tut ihr Übriges, um auf der Passstraße viel Spaß zu haben. Das etwas sänftenartige, deutlich nachfedernde Fahrwerk ist kein echter Spielverderber, gibt eine gute Rückmeldung und macht die zügige Gangart brav mit.

Im gediegenen, lederüberzogenen Innenraum des noblen Franzosen ist an allen Ecken und Enden die Raute stilgebend.
© Angela Fuchs

Der erste Halt kommt früher als erwartet. Schon in Bischofshofen verlangt der Akku nach einer Schnellladesäule – hier kündigt sich bereits ein Teilfazit an. Wie die 750-km-Runde letztlich zeigen wird, sollten Tankstopps sicherheitshalber alle 200 Kilometer eingeplant werden. Zwar lässt sich im Eco-Modus die Reichweite geringfügig vergrößern – allerdings bleibt durch die Leistungsreduzierung viel vom eigentlichen Reiz des E-Motors auf der Strecke. Besonders auf den Autobahnabschnitten ist die Ladeanzeige ein vielbeäugtes Sorgenkind.

Das elegante Crossover-SUV versöhnt allerdings immer wieder – wie beim souveränen, außerordentlich komfortablen Gleiten durch das Ennstal und bei der Rückreise durch das Murtal. In puncto Reisekomfort lässt der DS 3 keine Wünsche offen. Die Sitze sind auch nach Stunden noch bequem, das Platzangebot ist zumindest vorne großzügig. Die Gestaltung des Innenraums ist Geschmacksache und richtet sich eindeutig an designorientierte Kundschaft. Viele Elemente weisen die modelltypische Rautenform auf, die sich ikonisch durch das ganze Fahrzeug zieht. Dass hier die Form über der Funktion steht, hat nicht immer die praxistauglichste Lösung zur Folge. Fensterheber und Drive-Mode-Schalter lassen sich zumindest ohne längere Eingewöhnung kaum blind bedienen. Die Verarbeitung macht dagegen einen ausgezeichneten Eindruck.

Die Ausgangsfrage lässt sich also nur mit einem „Jein“ beantworten. Der DS 3 Crossback bringt alle Voraussetzungen für angenehmes Reisen auch mit mehreren Personen mit – Langstreckenfahrer sollten aber eine ausgeprägte Leidenschaft für Kaffeepausen mitbringen.


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