Zwei Kraftwerke für den GLA: Plug-in-Hybrid von Mercedes

Mit sportlichem Antritt und zeitweise emissionsfreiem Fahren punktet die Plug-in-Hybridvariante des neuen subkompakten Sport Utility Vehicles von Mercedes.

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Das dynamische Outfit des GLA verfehlt seine Wirkung nicht: Die 250-e-Version beschleunigt in 7,1 Sekunden von null auf 100 km/h und fährt bis zu 220 km/h schnell.
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Von Markus Höscheler

Thaur – Selbst wer sich zuletzt am EQS und an der neuesten S-Klasse von Mercedes erfreuen konnte, ist nicht enttäuscht vom Interieur des Kompakt-SUV GLA. Denn auch hier wird deutlich, dass sich die Schwaben voll und ganz der Digitalisierung, der Vernetzung und dem alternativen Antrieb verschrieben haben. Sehr deutlich wird dies speziell beim GLA 250 e, dem Plug-in-Hybriden, den die Sternmarke neben konventionell angetriebenen Varianten offeriert. Der 250 e ist folgerichtig komplexer ausgestaltet, denn er lässt sich von zwei Motoren antreiben, beherrscht darüber hinaus das emissionsfreie Fahren über fast 60 Kilometer. Wer nur elektrisch unterwegs sein möchte, sollte also immer mit dieser Schwelle kalkulieren, Kurzstrecken bevorzugen und Lademöglichkeiten anvisieren. Wer zwischenzeitlich, so wie wir im TT-Test, auch die Langstrecke, etwa Niederbayern, ins Auge fassen musste, sollte sich dann über einen Durchschnittsverbrauch von 6,0 Litern je 100 Kilometer nicht wundern, ja sogar freuen, angesichts der Fahrleistungen, die das Modell bietet. Kaum mehr als sieben Sekunden vergehen, bis das Antriebsduo den GLA 250 e vom Stand weg auf 100 km/h getrimmt hat, bis zu 220 km/h wären auf deutschen Autobahnen möglich. Dass er jedenfalls locker an Tempo gewinnt, auch jenseits der 130-km/h-Marke, konnten wir abseits von Stauzonen südlich und nördlich von München immer wieder feststellen.

Im Großen und Ganzen lässt sich dem GLA 250 e ein harmonisches Zusammenspiel innerhalb des Antriebsstrangs attestieren, auch wenn die Achtstufen-Doppelkupplung sich nicht immer mit sanftem Gemüt präsentiert. Beim Einlegen des Rückwärtsganges kommt es ab und an zu Gedenksekunden.

Umso besser zeigen sich das Fahrwerk und die Lenkungen. Gegenüber dem GLA der ersten Generation hat der Nachfolger den eher straffen Auftritt verlernt und gelernt, auf die Insassen möglichst viel Rücksicht zu nehmen. Gekonnt nimmt der GLA 250 e folgerichtig Unebenheiten in Kauf und vermeidet die Weitergabe an die Passagiere, die sich über reichlich Kopf- und Beinfreiheit freuen. Brauchbar ist darüber hinaus das Ladeabteil des 4,41 Meter langen Fahrzeugs, das fast 1,4 Kubikmeter Stauvolumen anbietet. Konventionell angetriebene GLA-Varianten bieten zwar etwas mehr Kofferraum an, dafür können sie nicht auf die Vorzüge der Plug-in-Hybridtechnik zurückgreifen.

Beachtlich ist einmal mehr, was Mercedes im Bereich des Infotainmentsystems und der digitalen Anzeigen bewerkstelligt hat. Die beiden großzügig bemessenen Bildschirme auf dem Armaturenbrett beeindrucken mit ihrer Leuchtkraft, ihrer Detailvielfalt und ihrer Farbenvielfalt – einzig Eigner der neuesten S-Klasse oder Interessenten des EQS dürften mit dem gebotenen Standard nicht zufrieden sein. Was klassenunabhängig nicht sein sollte: das Knistern der linken Türenablage im Zusammenhang mit der Soundanlage. Aber selbst hier gibt es eine technische Abhilfe, zumindest interimistisch: Der Balance-Schwerpunkt lässt sich so ändern, dass das Knistern minimiert wird.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner, E-Motor

Hubraum: 1332 ccm

Systemdrehmoment: 450 Nm

Systemleistung: 160 kW/218 PS

L/B/H: 4410/1834/1611 mm

Gewicht: 1775/2295 kg

Kofferraumvolumen: 385–1385 l

Tankinhalt: 35 l

Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

0–100 km/h: 7,1 Sekunden

Verbrauch: 6,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 56.064 Euro

CO2-Emission: 37 g/km


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