Der Geist und seine Geister: Tiroler Volksschauspiele im Zeughaus

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40 Jahre Theatergeschichte: Bühnenbildner Karl-Heinz Steck, Telfs-Altbürgermeister Helmut Kopp, Dramatiker Felix Mitterer, Schauspieler Stefan Riedl, Regisseurin Susi Weber, Schauspielerin Lisa Hörtnagl und die frühere Volksschauspiel-Führung Silvia Wechselberger und Markus Völlenklee (v. l.).
© Böhm

Innsbruck – Am Donnerstagabend wurden auch im Innsbrucker Zeughaus-Sommerkino Geister beschworen. Genauer gesagt: Geist und Geister – der Geist der Tiroler Volksschauspiele und dessen Geister: Dietmar Schönherr, Otto Grünmandl, Kurt Weinzirl, Hans Brenner, Ruth Drexel. Die Überväter und Übermütter des bis 2019 vom gleichnamigen Verein organisierten Theaterfestivals. Vor 40 Jahren fand es zum ersten Mal statt. In der Haller Burg Has-egg. Der ORF filmte mit. Mit Auszügen der ersten Produktion, Kranewitters „Die sieben Todsünden“, wurde der runde Geburtstag nun gefeiert.

Davor erinnerten sich die Jungen von damals – Felix Mitterer, Markus Völlenklee, aber auch der spätere ORF-Landesdirektor Helmut Krieghofer – an die frühen Jahre, an ihren ersten Totentanz und an das Getöse um „Stigma“, das die Spiele um die Haller Spielstätte brachte und – nachdem sich selbst das Wiener Volkstheater um das Festival bemühte – nach Telfs trieb. 37 Sommer lang hat der Verein dort Tirols bedeutendstes Sprechtheaterfestival verantwortet. Auch davon wurde gesprochen. Von großen und kleinen Wagnissen, von Theater auf der Hohen Munde, vom Kleinod „hamlet ist tot“, dem Zauber des Zoblanger, von verkauften Heimaten, verreckten Höfen und den „Räubern vom Glockenhof“.

Inzwischen gibt es in Telfs die Volksschauspiele-GmbH und neue Spiele unter altem Namen. Darüber wurde an diesem Abend nicht gesprochen. Jedenfalls nicht im offiziellen Teil. Auch über ein mancherorts angedachtes Treffen zwischen Volksschauspiel-Verein und neuer Festivalführung nicht. Dass es dazu kommt, scheint aus- und das Kapitel Telfs für den Verein abgeschlossen.

Der Verein will weiterarbeiten. Es gäbe Ideen, aber noch keine konkreten Projekte, hört man. Außer die Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Darauf hat man sich kürzlich mit dem Brenner-Archiv der Uni Innsbruck verständigt. Dort wird das Vereinsarchiv künftig geordnet und erforscht. (jole)

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