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Caritas-Chef Schärmer: „Im Nachhinein gesehen war ich sicher oft zu brav“

Ab 1. September ist Noch-Caritas-Chef Georg Schärmer in Pension. 23 Jahre lang war er mit der Not im In- und Ausland konfrontiert. Seine Bilanz: Die Tiroler zeichnet Großzügigkeit und Solidarität aus.

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Georg Schärmer: 23 Jahre lang war er Caritas-Direktor, jetzt möchte er als Privat-Person Menschen zu Menschen führen.
© Rita Falk

Kosovo-Krise, Tsunami, Hochwasser, Flüchtlingskrise, Corona: In Ihrer Zeit als Chef der Caritas haben Sie viele Krisen miterlebt. Welche ist Ihnen persönlich am meisten ans Herz gegangen?

Georg Schärmer: Die Hochwasserkatastrophe 2005 in Tirol. Aber auch der Krieg im Kosovo. Da war ich selbst vor Ort und habe Projektgespräche unter Panzerbewachung durchführen müssen. Und ich war in einem kosovarischen Dorf mit 35 Witwen, deren Männer umgebracht worden sind. Diese versteinerten Mienen, diese Hoffnungslosigkeit, diese Angst – das sind Erlebnisse, die tief unter die Haut gehen. Die Caritas hat viel für den Wiederaufbau im Kosovo geleistet, etwa das Material für 2000 Häuser gestellt. Und es war dann schön, miterleben zu können, dass zunehmend wieder Befriedung entstanden ist und eine gewisse Versöhnungsbereitschaft.

In Sachen Kosovo haben ja auch die Tiroler unvorstellbar viel geholfen ...


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