Almkäsemarkt lebt trotz durchwachsener Saison

Nass und kühl war der Almsommer, die Senner legten dennoch Top-Produkte vor. Zahl der heimischen Milchkühe rückläufig.

  • Artikel
  • Diskussion
Prosit auf den Paznauner Almkäse-Anschnitt: Blasmusikobmann Dietmar Walser, Bürgermeister Hermann Huber (Galtür), Haubenkoch Martin Sieberer, Bauernobmann Elmar Monz und Dorfsenner Markus Knoll (v. l.).
© Wenzel

Ischgl – Samstag am Florianiplatz in Ischgl: Auf der Ofenbank wäre es gemütlicher als im Freien gewesen. Doch die Freude überwog, dass – nach dem Corona-bedingten Ausfall im Vorjahr – der 12. Markttag mit dem Paznauner Almkäse im Mittelpunkt über die Bühne gehen konnte. Nach der etwas verregneten Eröffnungszeremonie mit Käseanschnitt, Bieranstich und Wahl der Käsekönigin 2021 füllte sich das Publikumszelt rasch.

„Heuer konnten wir das Vieh erst zwei Wochen später auf die Almen treiben als in anderen Jahren“, berichtete Hermann Huber, Bürgermeister von Galtür und Obmann der Genussregion Paznauner Almkäse. Zudem habe es weniger Tage „mit prächtiger Almkulisse“ gegeben. „Es war oft nass und kalt. Auf die Milch- und Käsequalität hat das aber keinen Einfluss.“ Die Produktpalette sei abermals gewachsen. „Der typische Almkäse ist und bleibt unser wichtigster Botschafter für Regionalität“, hob der Obmann hervor. „Wir haben experimentierfreudige Senner. Sie machen auch Bergkäse, Ziegenkäse oder Camembert, in vielen Varianten.“

Ob es die bisherige „Genussregion Paznauner Almkäse“ weiter geben wird, sei derzeit unklar, sagte der Obmann. Die Dachmarke „Genussregion Österreich“ befinde sich in einer Umstrukturierung. Im Internet ist bereits das neue „AMA Genussregion-Gütesiegel“ zu finden. Nicht mehr Leitprodukte, sondern Betriebe würden ausgezeichnet, wenn sie Kriterien wie Qualität und Herkunftssicherung erfüllen.

„Wir streben jedenfalls weiter eine enge Zusammenarbeit aller Alm- und Talsennereien an“, stellte der Obmann klar. „Die Wertschätzung unserer Produkte steigt bei den Einheimischen und Gästen. Die Pandemie war dabei ein Verstärker.“

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Auf stagnierende und teils rückläufige Zahlen bei den Milchkühen macht Bio-Bauer Hannes Reinalter aus Kappl aufmerksam. Der Mitarbeiter der Bauernkammer Landeck weiß: „Seit 2009 haben wir allein in Kappl 68 Milchkühe weniger.“ Auf den Paznauner Almen weiden heuer, so Reinalter, rund 320 heimische Kühe und 130 aus anderen Regionen. (hwe)


Kommentieren


Schlagworte