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Therapie für Flüchtlingskinder in Tirol: Auf dem Pferd für das Leben Halt finden

Bei einer Reit- und Kunsttherapie lernen Flüchtlingskinder, sich selbst wertzuschätzen. Die Pferde geben ihnen eine Sicherheit, die sie durch Verluste und Tragödien verloren haben.

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Das Pferd zum Mitgehen zu bewegen, erfordert Durchsetzungsvermögen.
© Rita Falk

Von Susann Frank

Aufgeregt springen die Kinder aus den zwei Großraumtaxis und laufen vor die Reithalle des Talhaushofes in Rinn. Nur eins der acht Kinder, die gleich an einer Reit- und Kunsttherapie teilnehmen, setzt sich auf die nächstgelegene Bank, verschränkt die Arme und weint.

„Die Kinder gehen mit den Pferden schnell in Beziehung und lernen sich dadurch selbst kennen“, sagt Psychotherapeutin Claudia Baldeo.
© Rita Falk

Sogleich ist eine Betreuerin bei ihm und tröstet es. Der genaue Grund seiner Trauer bleibt in den nächsten Stunden an diesem Donnerstag jedoch ein Geheimnis.

„Anscheinend ist irgendetwas mit seiner Tante, mehr sagt er nicht“, erklärt Claudia Baldeo. Für die Leiterin des Zentrums für interkulturelle Psychotherapie Ankyra ist das Verschweigen von Hintergründen Alltag. Von keinem der Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren kennt sie die genaue Lebensgeschichte. Dabei hat jedes von ihnen, trotz des noch jungen Alters, schon unfassbar tragische Erlebnisse auf zeitweise langen Fluchtwegen hinter sich.


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