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TT-Leitartikel: Man darf auch für die Impfpflicht sein

Für die Corona-Schutzimpfung benötigt es keinen Heiligenschein, trotz geringer Risiken sprechen schließlich alle Fakten dafür. Die Nebenwirkungen ohne Impfung sind bisweilen dramatisch größer, weshalb eine Impfpflicht kein Sakrileg wäre.

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Peter Nindler

Leitartikel

Von Peter Nindler

Die Regierenden hätten zu akzeptieren, dass sich 30 Prozent nicht impfen lassen wollen. Impfkritiker und FPÖ-Nationalrat Gerald Hauser lässt beinahe keinen Tag aus, um undifferenziert gegen die Impfung zu polemisieren. Was im übertragenen Sinne allerdings stimmt: Bei einer Durchimpfung von 58,2 Prozent tritt Österreich auf der Stelle. Jedes weitere Prozent ist mühsam.

Da können Experten und die durch die Pandemie mit den dramatischen medizinischen Folgen konfrontierten Intensivmediziner in den heimischen Spitälern noch so sehr für eine Immunisierung appellieren, sie dringen nicht mehr durch. Politik und anerkannte Autoritäten sind offenbar mit ihrem Latein am Ende. Niederschwelliger impfen als im Stephansdom, ohne Anmeldung, im Impfbus oder an der Supermarktkasse geht nicht mehr.

Nur was verschweigt uns der vereinfachende Osttiroler FPÖ-Politiker geflissentlich? Dass die meisten Patienten auf Intensivstationen ungeimpft sind, dass sie sehr lange intensivmedizinisch betreut und deshalb in Kärnten bereits wieder die ersten Operationen verschoben werden müssen.


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