Plus 6,5 Prozent: Tirol soll 2022 auf die Überholspur

Nach dem historischen Einbruch im Vorjahr soll sich das Plus laut UniCredit Bank Austria nach heuer 2 Prozent mehr als verdreifachen.

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Tirols Tourismus soll langsam wieder in die Erfolgsspur zurückkommen.
© Böhm Thomas

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Die Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns hatte im Vorjahr Österreichs Wirtschaft um 6,3 Prozent schrumpfen lassen, Tirol mit seinem hohen Tourismusanteil war sogar um fast 9 Prozent und damit stärker als jedes andere Bundesland eingebrochen. Für heuer sagt die Bank Austria für Österreich ein reales Plus von 3,2 Prozent voraus. Tirol, das vor Corona oft besser abgeschnitten hatte als der Bundesschnitt, dürfte mit plus 2 Prozent dem noch etwas nachhinken.

Grund war der lange Lockdown im Winter. Mit einem Nächtigungsrückgang von 97 Prozent war die vergangene Tourismus-Wintersaison de facto ein Totalausfall. „Aufgrund des starken Beginns der Sommersaison im Mai und Juni sowie der guten Buchungslage im Juli und August gehen wir von einem Nächtigungsplus in der heurigen Sommersaison von über 10 Prozent auf fast 18 Millionen gegenüber dem Vorjahressommer aus“, sagt der Tiroler Firmenkunden-Landesdirektor der UniCredit Bank Austria, Markus Sappl. Das sei aber immer noch ein Minus von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Sommer 2019. Für das Gesamtjahr 2021 rechnet die UniCredit Bank Austria mit 22,5 Mio. Nächtigungen für den Tiroler Tourismus, ein Minus gegenüber 2020 von 32 Prozent und ein Minus von 55 Prozent gegenüber dem Vorkrisenniveau.

Industrie und Bau laufen bereits wieder auf hohen Touren.
© Keystone

Die Öffnungsschritte im Frühjahr 2021 hätten neben einer bereits seit längerer Zeit guten Industrie- und Baukonjunktur vor allem im Dienstleistungsbereich zu einer starken wirtschaftlichen Erholung in Tirol geführt, so Sappl. Nach dem Rückgang der Tiroler Industrieproduktion im Vorjahr von über 5 Prozent dürfte heuer die Sachgüterproduktion im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Besonders stark sei die Erholung im Maschinenbau und in der Metall- und Holzindustrie, stark entwickle sich die Pharmabranche. Schwierig sei es derzeit in der Textilindustrie. „Für das Gesamtjahr 2021 erwarten wir einen Anstieg der Warenexporte um etwa 7 Prozent auf ein Rekordhoch von 13,9 Mrd. Euro“, sagt Sappl.

Auch am Bau setze sich der Aufwärtstrend fort, vor allem im Hochbau und im Baugewerbe, während der Tiefbau einen Rückgang hinnehmen musste. Für das Gesamtjahr 2021 gehen die Ökonomen der UniCredit Bank Austria von einem Wertschöpfungswachstum von 5 Prozent für die Tiroler Bauwirtschaft aus.

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Von Mai bis Juli ging die Arbeitslosigkeit in Tirol im Jahresvergleich um über 40 Prozent bzw. 12.100 Personen zurück, die Hälfte davon durch den Tourismus. Die Arbeitslosenquote in Tirol werde heuer von 8,1 auf 6,8 Prozent sinken. Das liege aber noch deutlich über dem historischen Tief von 2019 mit 4,5 Prozent.

Wenn es zu keinen neuen Lockdowns kommt, sind die Ökonomen für 2022 sehr optimistisch: Österreichweit sollte die Wirtschaft um 5,5 Prozent zulegen, in Tirol mit plus 6,5 Prozent dank eines erholten Tourismus noch ein Stück kräftiger.


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