Der Samen ist gesät, aber die Zukunft beginnt für das ÖFB-Team heute

Das zarte Pflänzchen der rot-weiß-roten Fußball-Euphorie steht heute wieder auf dem Prüfstand: Der ÖFB gastiert bei der Republik Moldau.

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Am Sonntag diskutierte Daniel Bachmann noch mit Premier-League-Schiri Andre Marriner, heute wartet schon die WM-Qualifikation.
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Von Tobias Waidhofer

Chisinau – Während der makellose EM-Halbfinalist aus Dänemark gegen Schottland den vierten Sieg im ebensovielten WM-Qualifikationsspiel anpeilt, steht die ÖFB-Elf heute (20.45 Uhr, live ORF 1) beim Gastspiel in der Republik Moldau schon ein bisschen unter Zugzwang. Denn ein Patzer beim 175. der FIFA-Weltrangliste würde den Traum von Platz 1 und dem direkten Ticket zur WM 2022 in Katar platzen lassen. Nüchtern gesehen scheint aber ohnehin nur Platz zwei realistisch. „Wir wissen, dass wir gewinnen müssen“, bestätigte auch Teamchef Franco Foda, der aber natürlich auch weiß, dass Österreich als Nations-League-Gruppensieger gute Karten auf die WM-Hintertür hält.

⚽ WM-Qualifikation - die Spiele am Mittwoch

Gruppe A

  • Portugal - Irland 20.45 Uhr
  • Luxemburg - Aserbaidschan 20.45 Uhr

Gruppe D

  • Kasachstan - Ukraine 16.00 Uhr
  • Frankreich - Bosnien-Herzegowina 20.45 Uhr

Gruppe F

  • Moldau - Österreich 20.45 Uhr
  • Dänemark - Schottland 20.45 Uhr
  • Färöer - Israel 20.45 Uhr

Gruppe G

  • Türkei - Montenegro 20.45 Uhr
  • Norwegen - Niederlande 20.45 Uhr
  • Lettland - Gibraltar 20.45 Uhr

Gruppe H

  • Slowenien - Slowakei 20.45 Uhr
  • Russland - Kroatien 20.45 Uhr
  • Malta - Zypern 20.45 Uhr

Ein Ziel, das die ÖFB-Elf heute ohne Stammspieler wie Marcel Sabitzer, Stefan Lainer, Sasa Kalajdzic oder Xaver Schlager angehen muss. Dazu kommt, dass angesichts von drei Länderspielen binnen sieben Tagen bei der Suche nach der ersten Elf auch die Physis der Akteure eine große Rolle spielen wird. „Wir müssen schauen, dass wir es von der Belastungssteuerung gut hinbekommen“, sagte der Teamchef dazu.

Aber auch wenn noch mehr Stammkräfte ausfallen würden: Gegen eine Mannschaft, die zuletzt 2019 (1:0 gegen Andorra) gewann und von den vergangenen 19 Ländermatches 16 verloren hat, darf es keine Diskussion geben, wer das Rasenviereck heute als Sieger verlässt.

Das zarte rot-weiß-rote Pflänzchen muss gepflegt werden

Verhindern will das freilich „Trainer-Fuchs“ Robert Bordin, der in der Serie A einst für Napoli spielte. Dass die Republik Moldau mit Sheriff Tiraspol neuerdings auch über einen Champions-League-Starter verfügt, spielt für das Nationalteam lediglich eine untergeordnete Rolle. Der Kader des Serienmeisters besteht dank der Millionen des in Transnistrien allgegenwärtigen Sheriff-Konzerns fast ausschließlich aus Legionären. Die bekanntesten Akteure bei den Osteuropäern heißen Artur Ionita (Benevento) und Oleg Reabciuk (Olympiakos Piräus).

Es ist heute für Österreich der erste Auftritt, seitdem David Alaba und Co. bei der EM den Samen einer rot-weiß-roten Fußball-Euphorie gesät haben. Dieses zarte Pflänzchen muss nun aber gepflegt werden, wenn daraus bis zur WM in Katar eine Blume erblühen soll. „Ich habe den Spielern gesagt, dass die Nationalmannschaft von den Menschen wieder geliebt wird, dass eine Euphorie entfacht wurde, und die wollen wir beibehalten.“ Dafür braucht’s aber wohl drei Siege.

Kommentar: Der Ball rollt ohne Rücksicht auf Verluste

Von Tobias Waidhofer

Oliver Glasner schimpft. Franco Foda, Jürgen Klopp oder Pep Guardiola halten ihre Meinung ebenfalls nicht zurück. Doch die Kritik am aus allen Nähten platzenden Kalender wird, egal wie prominent die Kritiker auch sein mögen, ungehört verhallen. Spieler wie Christopher Trimmel oder Konrad Laimer waren am Sonntag noch im Einsatz, saßen gestern aber schon wieder im Flieger nach Chisinau. Danach warten zwei weitere Länderspiele, bevor die nächste Meisterschafts-Runde beginnt. Eines ist sicher: Es werden wieder Kreuzbänder reißen und Knochen brechen. Doch der Ball muss offensichtlich immer rollen, ohne Rücksicht auf Verluste.


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