Irans Präsident Raisi ernannte Uniprofessorin zur Vizepräsidentin

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Eine Aufnahme eines Treffens von Präsident Raisi mit seinem Team.
© imago/Zuma

Teheran – Der iranische Präsident Ebrahim Raisi hat die Universitätsprofessorin Ensiyeh Khazali zur Vizepräsidentin ernannt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA vom Mittwoch ist sie die neue Frauen- und Familienbeauftragte im Präsidialamt. Der iranische Präsident hat über zehn Vizepräsidenten, unter anderem den ersten Vize und den Chef der Atomorganisation. Die 58-jährige Khazali ist das erste weibliche Mitglied der Regierung des neuen Präsidenten.

Die Vizepräsidenten brauchen im Gegensatz zu den Ministern keine parlamentarische Bestätigung. Khazali ist die Tochter des Klerikers Abolghassem Khazali und gilt als erzkonservativ. Sie hat einen Doktortitel in arabischer Sprache und Literatur, war Dozentin in mehreren Hochschulen und auch Dekanin an der Frauenuniversität Alzahra in Teheran, wo sie als Professorin für Arabistik lehrt. Khazali ist bisher mehr als Autorin diverser islamischer Bücher sowie religiöse Rechercheurin bekannt und weniger als Politikerin.

Im Iran haben die Frauen wegen der islamischen Gesetze nicht die gleichen Rechte wie die Männer. Zwar wurden in den vergangenen Jahren viele Gesetze zugunsten der Frauen revidiert, dennoch werden sie in diversen rechtlichen Angelegenheiten wie Scheidung, Sorgerecht der Kinder und Erbangelegenheiten immer noch stark diskriminiert. Außerdem müssen sie seit der islamischen Revolution von 1979 Kopftuch und lange Mäntel tragen, um so ihre Haare und Körperkonturen zu verbergen. Dieses Verbot wird jedoch inzwischen von vielen iranischen Frauen, insbesondere in Großstädten, immer wieder ignoriert. (APA, dpa)

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