2:0 gegen Moldawien: Nicht nur eine Drohne bremste das ÖFB-Team

Christoph Baumgartner kurz vor der Pause und Marko Arnautovic in der Nachspielzeit trafen für die ÖFB-Elf gegen die Republik Moldau. Beim zweiten Sieg in der Qualifikation für die WM 2022 wusste die Auswahl von Trainer Franco Foda gegen einen harmlosen Gegner aber kaum zu überzeugen.

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Christoph Baumgartner erzielte kurz vor der Pause das 1:0 für Österreich.
© BOGDAN TUDOR

Von Tobias Waidhofer

Chisinau – Vielleicht war es die halbstündige Verzögerung des Anpfiffs, weil eine Drohne ihre Kreise (verbotenerweise) über dem Stadion drehte. Vielleicht fielen die vielen fehlenden Stammspieler, zu denen sich am Spieltag auch noch Real-Star David Alaba (kam wegen Muskelproblemen erst in der Schlussphase ins Spiel) gesellte, doch stärker ins Gewicht, als gedacht. Vielleicht lag es aber auch am zwar fußballerisch limitierten, aber kämpferisch überzeugenden Außenseiter, dass die ÖFB-Elf sich am Mittwoch erst nach 20 Minuten die erste Chance durch einen Baumgartner-Kopfball erspielte.

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Österreich hatte gefühlt 90 Prozent Ballbesitz, leistete sich aber zu viele technische Fehler, um den Abwehrriegel der Moldauer zu durchbrechen. Dabei hatte Teamchef Franco Foda mit Michael Gregoritisch und Marko Arnautovic, der sich nach knapp 25 Minuten mit einem Distanzschss vorstellte, sogar auf zwei Spitzen gesetzt. Nach 27 Minuten wagte sich dann auch der Gastgeber erstmals in den ÖFB-Strafraum, doch der Kopfball von Italien-Legionär Artur Ionita verfehlte sein Ziel klar.

⚽ WM-Qualifikation, Gruppe F, 4. Runde:

Republik Moldau - Österreich 0:2 (0:1)

  • Chisinau, Stadionul Zimbru, 4.700 Zuschauer, SR Tierney (ENG)
  • Tore: 0:1 (45.) Baumgartner, 0:2 (94.) Arnautovic
  • Moldau: Avram - Jardan, Posmac, Potirniche (84. Bolohan), Reabciuk - Platica (84. Antoniuc), Dros, Ionita, Belousov (73. Marandici) - Ginsari (59. Bogaciuc) - Ghecev (59. Spataru)
  • Österreich: Bachmann - Trimmel, Lienhart, Hinteregger, Ulmer - Grillitsch (82. Ilsanker) - Schaub (77. Kainz), Laimer (62. Schöpf), Baumgartner (83. Alaba) - Gregoritsch (62. Kara), Arnautovic
  • Gelbe Karten: Reabciuk, Belousov bzw. keine

Färöer - Israel 0:4 (0:2)

  • Tore: Zahavi (12., 44., 92.), Dabbur (52.)

Dänemark - Schottland 2:0 (2:0)

  • Tore: Wass (14.), Maehle (15.)

Es war eigentlich ein Spiel wie gemacht für einen Techniker wie Yusuf Demir, immerhin die neue Nummer elf des FC Barcelona. Doch Teamchef Foda hatte Köln-Legionär Louis Schaub auf der rechten Seite den Vorzug gegeben. Erst gegen Ende der Halbzeit wurde es dann etwas zwingender, doch irgendwie hatte Marko Arnautovic sein Visier nicht wirklich gut eingestellt. Doch als alle mit einem torlosen Remis zur Pause gerechnet hatten, kam doch noch die Erlösung: Nach Arnautovic-Ablage traf Baumgartner aus der Distanz zum 0:1 (45.).

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Und auch im zweiten Durchgang bot sich dann ein ähnliches Bild – der ÖFB-Elf fehlte einfach die Präzision und das Tempo im Passspiel, um den 175. der FIFA-Weltrangliste wirklich vor Probleme zu stellen, allerdings ging auch von den Moldawiern so gut wie keine Gefahr aus. Keeper Daniel Bachmann erlebte im ÖFB-Kasten einen äußerst ruhigen Arbeitstag.

Wir haben uns teilweise das Leben selbst schwer gemacht, weil wir einfach im letzten Drittel zu kompliziert waren. Wir waren nicht entschlossen und zielstrebig genug. Da waren wir teilweise zu lässig, darf nicht passieren.
Franco Foda, ÖFB-Teamchef

Nach knapp einer Stunde brachte Teamchef Foda dann den Ötztaler Alessandro Schöpf und Rapid-Angreifer Ercan Kara. Mehr Kreativität (Schöpf) und Wucht (Kara) war also der Plan, der aber so nicht aufgehen sollte. Das Match plätscherte trotz einer Kara-Chance nach 70 Minuten dem Ende entgegen. Und das Damoklesschwert eines möglichen Ausgleichs aus dem Nichts schwebte bis in die Nachspielzeit über der ÖFB-Elf – aber es fiel nicht. Und zwar auch, weil Marko Arnautovic in der Nachspielzeit nach Traumpass des eingewechselten Alaba doch noch das 2:0 gelingen sollte.

So feierten schwache Österreicher gegen noch schwächere Moldawier einen 2:0-Pflichtsieg. Dagegen gibt‘s eigentlich nichts einzuwenden, doch schon am Samstag gastiert man in Israel (4:0-Sieger auf den Färöer Inseln). Dort muss sich die ÖFB-Elf gehörig steigern. Sonst droht bei der Elf von Willi Ruttensteiner ein böses Erwachen ...


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