Ein Osttiroler Bergbauer setzt auf seinen Bergsaibling

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Vollerwerbsbauer Günther Blassnig hat die Aufzucht seines „Deferegger Bergsaiblings“ zum Standbein für seinen Bergbauernhof gemacht.
© Blassnig

Hopfgarten i. Def. – Man würde es nicht für möglich halten, doch auch die Fischzucht kann ein bäuerliches Standbein auf einem Osttiroler Bergbauernhof sein. Auf 1650 Metern Seehöhe schmiegt sich der Glanzhof, die höchstgelegene Hofstelle in Hopfgarten i. Def., an den steilen Hang.

Erst vor 18 Jahren wurde die Landwirtschaft durch eine Zufahrt erschlossen. Vorher gelangte man nur über drei Seilbahnen oder zu Fuß dorthin. Günther Blassnig und seine Familie bewirtschaften den Bergbauernhof. Neben der Haltung von zwei Dutzend Rindern sowie etwas Wald- und Almwirtschaft hat der Bauer die Fischzucht zum erfolgreichen Betriebszweig aufgebaut. „Dabei ist es gar nicht so einfach, bei uns eine ebene Fläche für einen Teich zu finden“, sagt Blassnig. Seit fünf Jahren verkauft der Vollerwerbsbauer seinen „Deferegger Bergsaibling“. Zwei Drittel der Jahresproduktion von inzwischen 2000 Kilogramm gehen direkt in die Gastronomie im Oberen Iseltal und seinen Seitentälern, der Rest findet im Talmarkt in Matrei i. O. Abnehmer.

Für die Aufzucht der Fische hat Blassnig fünf Teiche angelegt, der größte weist eine Fläche von etwa 40 Quadratmetern auf. „Das Hobby hat sich zum einzigen Betriebszweig entwickelt, der auch etwas abwirft, die andere Arbeit dient dem Erhalt.“ Die Fische gedeihen aufgrund bester Wasserqualität aus einer Quellfassung auch über den Winter prächtig, die Teiche frieren sogar niemals zu.

Als ein Beispiel für gelungene Direktvermarktung mit einem Nischenprodukt haben Funktionäre der Landwirtschaftskammer den Glanzhof besucht. Staunend gratulierte Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger zum Erfolg. (bcp)


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