Neues ORF-Direktorium um Roland Weißmann nimmt Gestalt an

Noch eine Woche lang läuft die Ausschreibungsfrist für Bestellungen der zentralen Direktoren sowie der Landesdirektoren. Der amtierende Generaldirektor Alexander Wrabetz wird den ORF mit Jahresende verlassen.

  • Artikel
  • Diskussion
Der künftige ORF-Generaldirektor Roland Weißmann.
© APA/Hochmuth

Wien – Das neue ORF-Direktorium des künftigen ORF-Chefs Roland Weißmann nimmt langsam Gestalt an. Am 9. September endet die Bewerbungsfrist, Kandidaten und Favoriten für die verschiedenen Positionen werden bereits zahlreich gehandelt. Fix ist dabei freilich noch nichts, weil die vergangenen Teambestellungen gezeigt haben, dass selbst in der letzten Nacht vor der Direktorenwahl am 16. September noch Änderungen möglich sind. Eine Momentaufnahme:

Dem vierköpfigen Direktorium von Weißmann dürften zwei bis drei Frauen angehören. ORF III-Geschäftsführerin Eva Schindlauer dürfte Finanzdirektorin werden. Als Favoritin für die Programmdirektion gilt Puls 4-Senderchefin Stefanie Groiss-Horowitz. Sie war bis 2017 Ressortleiterin in der Fernsehunterhaltung des ORF, wechselte danach zur Privat-TV-Gruppe und könnte nun ein Comeback im ORF feiern. Die Technik-Direktion soll dem Vernehmen nach der bisherige GIS-Chef Harald Kräuter übernehmen. Für die Radio-Direktion werden am Küniglberg ORF III-Chefredakteurin Ingrid Thurnher, stellvertretende TV-Chefredakteurin Claudia Lahnsteiner sowie Radio-Chefredakteur Hannes Aigelsreiter als mögliche Kandidaten kolportiert.

Weißmann möchte Frauenanteil bei Landesdirektionen heben

Auch in den Landesdirektionen lichten sich die Nebel, wobei in einigen Ländern noch alles offen sein soll. Ziel des designierten ORF-Generaldirektors Weißmann ist es, auch dort den Frauenanteil von derzeit zwei Landesdirektorinnen zu heben. Für Wien werden derzeit Radio-Innenpolitikchef Edgar Weinzettl, ORF III-Geschäftsführer Peter Schöber, ORF-Kommunikationschef Martin Biedermann, die derzeitige Programmdirektorin Kathrin Zechner, sowie Radio Wien-Programmchefin Jasmin Dolati gehandelt.

In Niederösterreich gibt es mit Robert Ziegler einen klaren Favoriten, offen scheint das Rennen indes im Landesstudio Burgenland. Dort werden der amtierende Landesdirektor Werner Herics, Chefredakteur Walter Schneeberger und "Burgenland heute"-Moderatorin Elisabeth Pauer als potenzielle Anwärter für den Posten des Landesdirektors kolportiert.

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

In Oberösterreich gilt Chefredakteur Klaus Obereder als heißester Kandidat, in der Steiermark wird mit der Verlängerung von Gerhard Koch gerechnet, und in Kärnten könnte Karin Bernhard noch einmal verlängert werden.

In Salzburg dürfte es eine prominente Neubesetzung geben. ORF-Magazin-Chefredakteurin Waltraud Langer soll das dortige Landesstudio übernehmen. Für Tirol wurden zuletzt "Tirol heute"-Moderatorin Sybille Brunner, Radio-Wirtschafsressortleiterin Esther Mitterstieler oder die frühere ORF-Mitarbeiterin und Caritas-Kommunikationschefin Angelika Simma genannt, die inzwischen als Hochschullehrerin am Medien-Lehrgang der FH Vorarlberg tätig ist. Laut einer weiterer kolportierten Variante könnte der Vorarlberger Landesdirektor Markus Klement Tirol übernehmen und ihm Simma in Vorarlberg folgen. Die endgültigen Entscheidungen fallen in der Stiftungsratssitzung am 16. September.

Wrabetz verlässt ORF, möglicherweise Tätigkeit im Ausland

Der amtierende Generaldirektor Alexander Wrabetz wird den ORF mit Jahresende verlassen und den Chefsessel an Weißmann übergeben. Wie er in Interviews mit mehreren Medien sagte, arbeite er an keinem ORF-Comeback. Er wolle sich nun an ihn herangetragene Angebote ansehen, wobei er sich künftig weiterhin im Medienbereich verortet. Dabei stellte er eine Tätigkeit im Ausland in den Raum. Bis es soweit ist, wolle er sicherstellen, dass der ORF auch unter neuer Führung in eine gute Zukunft geht. Zu erledigen ist etwa noch die Besetzung des neuen multimedialen Newsrooms sowie ein Antrag auf Neufestsetzung der GIS-Gebühren. Auch so manches Gespräch zur herbeigesehnten ORF-Gesetzesnovelle wird er wohl führen - etwa mit Verlegern.

ORF-Vize-Technikdirektor Thomas Prantner, der bei der Generaldirektorenwahl als Kandidat antrat, jedoch keine Stimme erhielt, will weiterhin im größten Medienunternehmen des Landes tätig sein. "Nach 33 erfolgreichen Jahren im ORF-Management, davon fünf Jahre als Onlinedirektor, möchte ich auch in Zukunft meine Erfahrung und meine Expertise zum Nutzen des ORF zur Verfügung stellen und einen aktiven Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten", hielt er gegenüber der APA fest. Grundsätzlich wolle er seine Arbeit als Onlinechef fortsetzen, sei aber offen für "neue spannende Aufgaben". Für einen Direktorenposten habe er sich nicht beworben. Mit Weißmann habe er bereits ein Gespräch geführt, weitere sollen folgen. "Ich erwarte einen fairen Umgang mit einem Mitbewerber und bin zuversichtlich, dass es zu einer positiven Lösung bezüglich meiner künftigen Funktion kommen wird."

ORF 1-Channelmanagerin Lisa Totzauer kam bei der Generaldirektorenwahl auf fünf Stimmen. Sie weilt derzeit im Urlaub, eine APA-Anfrage zu ihren Zukunftsplänen blieb vorerst unbeantwortet. (APA)


Kommentieren


Schlagworte