Herbststrategie: Länder für einheitliche Corona-Regeln in Österreich

Bundesregierung und Landeshauptleute beraten Mittwoch über Herbststrategie. Platter drängt auf einheitliche Strategie bei den Corona-Regelungen. Maskenpflicht wird wieder Thema.

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1-G-, 2-G- oder 3-G-Regel? In den Ländern wird der Ruf nach bundeseinheitlichen Vorgaben laut.
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Innsbruck – In den vergangenen Tagen sind die Fragenkataloge immer länger geworden, zugleich sind die Infektionszahlen in Österreich kontinuierlich angestiegen. Von den Touristikern bis hin zu den Ländervertretern wurden deshalb Rufe nach einem abgestimmten Vorgehen im Herbst laut. Zuletzt befeuert auch durch das Prognosekonsortium der Bundesregierung, das eine steigende Auslastung der Intensivstationen mit mehr als 200 Patienten bis Mitte September befürchtet. Gestern wurden 1510 Neuinfektionen registriert. 538 Menschen müssen im Krankenhaus behandelt werden, davon 142 intensivmedizinisch.

Als aktueller Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz drängte Tirols LH Günther Platter auf einen raschen Gesprächstermin zwischen der Bundesregierung und den Länder-Verantwortlichen. Nächsten Mittwoch wird es so weit sein. Im Prinzip geht es um einheitliche Regelungen in den Ländern, weitreichende Verschärfungen dürften nicht beschlossen werden. Einzig das Tragen von FFP2-Masken könnte in einigen Bereichen wieder zum Thema werden.

Platter drängt insgesamt auf bundeseinheitliche Maßnahmen, wie es heißt. Intensiv wurde über die 3-G-Regelung diskutiert. Hier bestehen zum Teil massive Auffassungsunterschiede. Einige Länder befürworten als Zutrittsvoraussetzung etwa für die Nachtgastronomie die 1-G-Regelung, dass sich also nur noch Geimpfte dort aufhalten dürfen.

Experten wiederum bezeichnen die 2-G-Regelung – Geimpfte und Genesene – als sinnvoll. Mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison pochen auch die Touristiker auf einen Fahrplan. Auch dort gibt es unterschiedliche Zugänge: Die Bandbreite reicht von der 1-G- bis zur 3-G-Regel. Schlussendlich soll bei dem Bund-Länder-Gipfel ein gemeinsamer Leitfaden erarbeitet werden.

Die künftige Teststrategie und die auf der Stelle tretende Durchimpfung dürfte die Politik im Bund und in den Ländern wohl ebenfalls beschäftigen. Mit einer Durchimpfung von knapp 62 Prozent Teilimmunisierten liegt Österreich mittlerweile deutlich unter dem EU-Schnitt von 65 Prozent. Mit Spitzenreitern wie Portugal (85), Malta (80) oder Spanien (78 Prozent) kann Österreich ohnehin nicht mithalten. Deshalb wird der Ruf nach einem Aus für Gratis-Tests für Nicht-Geimpfte immer lauter.

Für LH Günther Platter „sind und bleiben“ die Impfungen der Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie. „Dass diese vor schweren Verläufen schützen, sehen wir in den Spitälern, wo derzeit vor allem Ungeimpfte behandelt werden müssen. Jeder, der eine Impfung möchte, hat mittlerweile die Möglichkeit, eine solche kostenlos zu erhalten.“ Was die Corona-Tests angeht, vertritt Platter die Auffassung, „dass es sich nicht ausgehen wird, dass diese auf Dauer gratis sind“.

Wien hat mit 1. September die Gültigkeit der Antigen- und PCR-Tests auf 24 bzw. 48 Stunden reduziert. Eine österreichweite Vereinheitlichung wird ebenfalls diskutiert. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland beginnt nächste Woche wieder die Schule, eine Woche später in den übrigen sechs Bundesländern.

Tirol könnte indessen bereits Mitte September mit der Auffrischungsimpfung beginnen – nicht erst Anfang Oktober. Das sickerte am Donnerstag durch. In anderen Bundesländern ist das bereits der Fall.

Dritter Stich schon früher

Begonnen wird in Tirol bei jenen, bei denen die Impfung bereits am längsten her ist – also Gesundheitspersonal, BewohnerInnen von Altenwohn- und Pflegeheimen sowie Risikogruppen. Die niedergelassenen Ärzte werden auch die dritte Corona-Teilimpfung verabreichen können – und sie bekommen 20 Euro Honorar dafür. Das haben das Gesundheitsministerium und die Österreichische Ärztekammer am Donnerstag vereinbart. Außerdem wird die Ärztekammer in einer Kampagne die Corona-Schutzimpfung bewerben, um die magere Durchimpfungsrate in Österreich zu steigern. (pn)


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