Theaterstücke: Lohn einer Leidenschaft für die Schwazer Geschichte

Markus Plattner möchte gemeinsam mit Felix Mitterer die Epochen der Schwazer Historie durch neue Theaterstücke erlebbar machen.

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Markus Plattner hat viel vor: Gemeinsam mit Felix Mitterer sollen weitere für die Silberstadt bedeutende Epochen auf die Bühne kommen.
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Von Angela Dähling

Schwaz – Markus Plattner und Felix Mitterer verbindet viel: beides Arbeiterkinder, beide im Bezirk Schwaz aufgewachsen, beide inzwischen hierher zurückgekehrt und beide in der Theaterwelt zuhause. „Und in dieser intellektuellen Welt waren wir beide auch immer irgendwie Außenseiter. Felix war der Erste, der mir als Arbeiterkind ohne Matura Theater verständlich machte“, sagt Markus Plattner. „Wir teilen auch die Leidenschaft für einfache Leute, die wir ernst nehmen.“ Die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft. Eine, von der die Stadt Schwaz künftig profitieren dürfte.

Zumal Plattner, wie berichtet, jetzt von der Stadtgemeinde Schwaz für drei Jahre unter Vertrag genommen wurde. „Felix Mitterer möchte nach ‚Silberberg‘ nun noch zwei Stücke über wichtige Epochen für die Silberstadt schreiben“, verrät Markus Plattner. Zum einen soll es um die Geschichte der Tabakfabrik gehen, zum anderen um die so genannten Messerschmitthallen im Zweiten Weltkrieg. „Unsere Vision ist, im Zweijahres-rhythmus die Stücke aufzuführen, beginnend 2022 mit der ‚Silberberg‘-Neuinszenierung“, erklärt der Regisseur.

Der Schwazer brennt bekanntlich für die Geschichte seiner Heimatstadt. Nach der ‚Silberberg‘-Uraufführung 2019, in der er den Bergwerksarbeiter Zott verkörperte und Regie führte, stieg er selbst in die tiefen Stollen hinab. Zwei Jahre arbeitete er als Bergwerksführer und machte dabei den Stollen zu seiner Bühne. Nebenbei begeisterte er mit Fotos aus der Welt unter Tage und einer inszenierten Stadtführung gemeinsam mit Gottfried Winkler. Dass Plattner nun von der Stadt angestellt wurde, ist sozusagen der Lohn für seine Schwaz-Leidenschaft. „Ich habe mich sozusagen seit 20 Jahren darum beworben“, sagt er lachend mit Verweis auf seine jahrzehntelange Theaterarbeit in Schwaz.

Viele harte Jahre gab es dabei, viele einsame Stunden, in denen sich der Theatermacher wie in einem Vakuum fühlte – u. a. weil er sich zwischen den Welten der vollberuflichen Theaterleute und der Laiendarsteller bewegte. „Hätte ich gewusst, dass ich mit Felix Mitterer so mal zusammenarbeiten darf, hätte ich das alles mit Jux ertragen“, sagt er, dankbar dafür, dass ihm die Stadtgemeinde die Rahmenbedingungen schafft, weiter an der Aufarbeitung der Schwazer Historie in künstlerischer Form zu arbeiten. „Es geht hier nicht um einen Posten, sondern um einen Dienst“, meint Plattner. „Es gibt in Schwaz noch so viele Schätze zu heben. Die Stadt hat unzählige Geschichten und Gesichter. All das aufzuspüren und in Kultur zu verwandeln, ist ein ebenso sanfter wie kraftvoller Prozess.“

Was ihm bei den Passionsspielen in Erl gelang, möchte er auch in Schwaz schaffen: „Dass jeder seine Rolle findet – auf der Bühne oder als Zuschauer, um gemeinsam das zu zeigen, was wir sind: Schwaz.“ Plattner ist auch Ansprechpartner für die Schwazer Theatervereine, wenn es um die künstlerische Aufarbeitung der Schwazer Geschichte geht. Auch sein aktuelles Stück im Lendbräukeller beschäftigt sich mit der Heimat: „Vomperloch“ feiert am 25. September Premiere.


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