10.476 km² in einem Jahr: Zerstörung des Amazonas-Waldes schreitet voran

Beinahe die Fläche Oberösterreichs wurde innerhalb der letzten 12 Monate des Amazonas-Waldes zerstört. Mit dem Amazonas würde der Planet den größten Kohlenstoffspeicher verlieren.

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Abholzungen und Brände setzen dem Amazonas-Wald besonders zu.
© imago

Manaus – Die Zerstörung des brasilianischen Amazonas-Gebiets geht auf hohem Niveau weiter. 10.476 Quadratkilometer Wald gingen laut Umweltorganisation WWF von August 2020 bis Juli verloren. Der WWF hatte Daten des Amazonas-Forschungsinstituts Imazon mit Sitz in Belen ausgewertet. Zum Vergleich: Oberösterreich misst knapp 12.000 Quadratkilometer. Am Sonntag beging Brasilien den Tag des Amazonas und erinnerte damit an die Gründung der Provinz Amazonas durch Dom Pedro II. im Jahr 1850.

In weiten Teilen Brasiliens herrscht derzeit Wassermangel und Trockenheit. Zudem verzeichnet das Amazonas-Gebiet die schlimmste Abholzung und die schlimmsten Brände seit mehreren Jahren. "Verlieren wir den Amazonas, verlieren wir einen der größten Kohlenstoffspeicher dieses Planeten", sagte Dirk Embert, Südamerikaexperte beim WWF Deutschland, mit Blick auf den Kipppunkt, bei dem sich das Gebiet in eine Steppe verwandle.

Kritiker werfen dem rechten Präsidenten Jair Bolsonaro, seit 1. Jänner 2019 im Amt, vor, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern immer mehr zur Landnahme für landwirtschaftliche Nutzung ermutigt fühlen. Ein großer Teil des 6,7 Millionen Quadratkilometer großen Amazonasbecken liegt in Brasilien.

Der Regenwald des Beckens erstreckt sich über neun Länder Südamerikas. Indigene Gruppen aus Südamerika pochten beim Kongress der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Marseille erneut darauf, 80 Prozent des Amazonas-Gebiets bis 2025 unter Schutz zu stellen. Außerdem wollen sie die neuen geschützten Gebiete selbst verwalten.

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Die Coica mit Sitz in Quito (Ecuador) vertritt mehr als zwei Millionen Indigene in Südamerika. Sie beruft sich auf wissenschaftliche Studien, unter anderem der Welternährungsorganisation, die zuletzt gezeigt haben, dass Indigene die besten "Hüter des Waldes" im Kampf gegen Umweltschäden und Klimawandel seien. Wo sie über Landtitel verfügen, wird demnach wesentlich weniger abgeholzt als in anderen Regionen. (APA/dpa)


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