6:0-Heimsieg: Adeyemi-Treffer bei Deutschlands Torfestival gegen Armenien

Den Endstand erzielte mit Debütant Karim Adeyemi just der 19-jährige Jungstar von Österreichs Meister Salzburg, die DFB-Elf übernahm nach dem zweiten Spiel unter Trainer Hansi Flick die Tabellenführung in Gruppe J vom Gegner.

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Karim Adeyemi.
© CHRISTOF STACHE

Stuttgart – Wenige Tage nach dem mauen 2:0 gegen Liechtenstein ist Deutschlands Fußballnationalteam in der WM-Qualifikation in gewohntes Fahrwasser zurückgekehrt. Den Endstand beim 6:0-(4:0)-Heimsieg über Armenien erzielte mit Debütant Karim Adeyemi just der 19-jährige Jungstar von Österreichs Meister Salzburg, die DFB-Elf übernahm nach dem zweiten Spiel unter Trainer Hansi Flick die Tabellenführung in Gruppe J vom Gegner.

Andernorts besiegte der EM-Zweite England Andorra 4:0 (1:0), Spanien fertigte Georgien 5:0 (3:0) ab. Belgien gewann den Schlager von Gruppe E gegen Tschechien 3:0 (2:0). Nur der Europameister musste neuerlich Punkte abgeben: Dem 1:1 in Bulgarien folgte für Italien ein 0:0 in der Schweiz.

Umbau auf sechs Positionen bei Deutschland

Flick baute Deutschland auf sechs Positionen um, nur Niklas Süle, Thilo Kehrer, Joshua Kimmich, Leroy Sane und Timo Werner verblieben von der Liechtenstein-Startelf. Das Spiel lief diesmal wie am Schnürchen, Serge Gnabry mit einem Doppelpack in der ersten Viertelstunde (6., 15.), Marco Reus (35.), Timo Werner (45.) und Jonas Hofmann (52.) trafen für Schwarz-Rot-Gold. Adeyemi, mit Deutschland im Sommer U21-Weltmeister, durfte ab der 77. Minute erste A-Luft schnuppern und gab in der Nachspielzeit erneut ein großes Zukunftsversprechen ab. Deutschland liegt mit 12 Punkten vor Armenien (10) und Rumänien (9), das Liechtenstein 2:0 besiegte.

Die Schweiz lieferte den Italienern in Basel ein offenes Duell und musste erstmals in der WM-Quali Punkte abgeben. Goalie Yann Sommer parierte in der 53. Minute einen Elfer von Jorginho und war auch ansonsten mehrmals am Posten. Für die Schweiz hatten Manuel Akanji (42.) und Denis Zakaria (85.) die besten Torchancen. Die Eidgenossen haben bei zwei weniger ausgetragenen Partien vier Punkte Rückstand auf Italien, das immerhin mit 36 Partien ohne Niederlage in Folge zum bisherigen Rekordhalter Brasilien (1993 - 1996) aufschloss.

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Belgien baute dank der Treffer von Romelu Lukaku (8.), Eden Hazard (41.) und Premierentorschütze Alexis Saelemaekers (65.) mit einem souveränen Erfolg in Brüssel die Tabellenführung aus, liegt mit 13 Punkten klar vor Tschechien (7) und Wales (6). Die Waliser wahrten dank eines Dreierpacks inklusive Last-Minute-Siegtreffer (6./Elfer, 69./Elfer, 93.) von Gareth Bale gegen Belarus ihre Qualichancen. Lange waren die stark ersatzgeschwächten Gäste nach Treffern von Wital Lissakowitsch (29./Elfer) und Pawel Sekdo (31.) im Rückstand gelegen. Das Spiel war ins russische Kasan verlegt worden, weil aus der EU bzw. Großbritannien kommende Flugzeuge aufgrund der Sanktionen gegen Belarus dort derzeit nicht landen dürfen.

England wurde gegen Andorra seiner Favoritenrolle aber erst in den Schlussminuten gerecht, denn der 156. der Weltrangliste hielt nach Kräften dagegen. Mit fünf Siegen aus fünf Spielen führen die "Three Lions" die Gruppe I an, Andorra ist mit drei Punkten Letzter. Gruppengegner Albanien bezwang Ungarn mit 1:0 (0:0) und klettert auf Rang zwei. Englands Jesse Lingard (18., 78.) verbuchte einen Doppelpack, in der 72. Minute verwandelte der eingewechselte Harry Kane vom Elfmeterpunkt souverän, den Schlusspunkt setzte Bukayo Saka (85.). (APA/dpa/Reuters)

Brasiliens Gesundheitsbehörde unterbricht Quali-Spiel

Corona-Wirbel bei Neymar, Lionel Messi und Co.: In einer Hauruck-Aktion hat Brasiliens Gesundheitsbehörde Anvisa das WM-Qualifikationsspiel zwischen Brasilien und Argentinien am Sonntagabend wegen Verstößen gegen Corona-Bestimmungen unterbrochen. Sechs Minuten nach dem Anpfiff der Partie in Sao Paulo gingen vier Mitarbeiter der Behörde auf den Platz und holten die drei argentinischen England-Profis Emiliano Martinez, Cristian Romero und Giovanni Lo Celso vom Feld.

Danach verließen auch die anderen argentinischen Spieler den Platz, während die Brasilianer blieben. Anschließend wurde die Partie abgebrochen. "Auf Beschluss des Schiedsrichters wird das von der FIFA organisierte Spiel zwischen Brasilien und Argentinien für die WM-Qualifikation ausgesetzt", teilte Südamerikas Fußball-Verband Conmebol auf Twitter mit.

Der Weltverband FIFA würde eine Entscheidung treffen, nachdem seine Disziplinarkommission einen Bericht des Schiedsrichters und des Spielkommissars erhalten habe. Informationen über einen neuen Spieltermin oder den möglichen Punktverlust für eine der Mannschaften gab es zunächst nicht.

"Was heute passiert ist, ist bedauerlich für den Fußball", schrieb der argentinische Verbandspräsident Claudio Tapia auf Twitter. "Wir wollten das Spiel spielen, die brasilianischen Fußballer auch. Es hätte ein Fest für alle sein sollen, um die besten Spieler der Welt zu genießen", sagte Argentiniens Auswahltrainer Lionel Scaloni, der das Team zur Copa America geführt hatte.

Wenige Stunden vor dem Spiel hatte die Anvisa Quarantäne für die vier argentinischen Nationalspieler Martinez und Emiliano Buendia (beide Aston Villa) sowie Lo Celso und Romero (beide Tottenham Hotspur) angeordnet. Martinez, Romero und Lo Celso standen in der Startelf. Nur Buendia fehlte im Aufgebot.

Das Quartett war mit der argentinischen Nationalmannschaft aus Caracas nach Brasilien gekommen. Bei der Einreise gaben die England-Profis laut der Anvisa nicht an, dass sie in den vergangenen 14 Tagen im Vereinigten Königreich, Nordirland, Südafrika oder Indien gewesen sind. Ausländische Reisende, die in diesem Zeitraum dort waren, dürfen wegen der Corona-Beschränkungen nicht nach Brasilien einreisen.

"Die Anvisa hält die Situation für ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko und hat daher den örtlichen Gesundheitsbehörden geraten, die sofortige Quarantäne der Spieler zu verhängen, denen die Teilnahme an jeglichen Aktivitäten untersagt ist", hieß es in einer Mitteilung der Behörde. Zudem sollten die Spieler nicht weiter auf brasilianischem Gebiet bleiben dürfen. Es gebe Gesundheitsgesetze, nach denen alle südamerikanischen Turniere gespielt würden, erklärte Tapia. "Die Gesundheitsbehörden jedes Landes haben ein Protokoll genehmigt, das wir in vollem Umfang eingehalten haben", betonte der Verbandschef.


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