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TT-Analyse: Licht am Ende des noch nicht gebauten Luegtunnels?

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Manfred Mitterwachauer

Analyse

Von Manfred Mitterwachauer

Was das Thema Verkehr betrifft, macht den Wipptalern keiner ein X für ein U vor. Wer in einem Nadelöhr lebt, durch welches sich 2,47 Millionen Transit-Laster und 11,2 Millionen Pkw (2019) Richtung Brenner zwängen, der will zu Recht kompromisslos nach jedem Entlastungs-Strohhalm greifen, der in Reichweite scheint. Für die Grieser ist das aktuell weniger die Forderung nach Lärmschutzwänden als vielmehr ein Tunnel anstelle der maroden Luegbrücke. Ein Projekt, für das sich nun Landeshauptmann Günther Platter (VP) gegen die Asfinag in die Waagschale wirft.

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Die Resolution, welche die 17 Bürgermeister des Wipp- und Stubaitals unter Anleitung von VP-Politikern angestoßen haben und in der eine gesamthafte Verkehrslösung inklusive Luegtunnel gefordert wird, ist nett. Politisches Gewicht entwickeln wird sie in Wien keines. Weder beim Autobahnbetreiber und Brückenneubau-Verfechter Asfinag noch im Verkehrsministerium. Und auch wenn, wie an dieser Stelle bereits kritisiert, der ÖVP-Blick schon stark Richtung Gemeinderatswahlen 2022 ausgerichtet ist, so könnte die Tatsache, dass sich nun Platter höchstpersönlich in den Tunnelkampf wirft, neue Dynamik in die verfahrene Debatte bringen.

Platter braucht einen verkehrspolitischen Erfolg. Und sei es nur auf der kleinen Tiroler Hausbühne. Denn auf europäischer Ebene fahren die Frächter-Nationen mit Österreich und dem Tiroler Transitproblem schon des Längeren Schlitten. Stichwort: Eurovignette und Korridormaut. Derweil steigt der Verkehr ungebremst an. Und die Schlappe, dass die Asfinag dem Lieblingsprojekt der VP, dem Tschirgant-Tunnel, eine Absage erteilte, hat Platter ebenso wenig verdaut.

Ein LH, ein Wirtschaftskammerpräsident, Abgeordnete in Bund wie Land, Gemeindechefs – in Tirol gab es schon Projekte, die deutlich weniger gewichtige Fürsprecher einer regierenden Partei hatten als ein Luegtunnel, um in die Umsetzung zu kommen. Andernfalls müsste man geneigt sein, an der tatsächlichen Macht der ÖVP im Lande berechtigte Zweifel zu bekommen.


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