Nur ein Sieg gegen Schottland impft dem ÖFB-Team wieder Vertrauen ein

Das österreichische Nationalteam muss sich heute (20.45 Uhr) mit einem Heimsieg über Schottland für die 2:5-Pleite in Israel rehabilitieren. Denn bei einem weiteren Fehltritt wird die Luft schnell ganz dünn.

  • Artikel
  • Diskussion
Die ÖFB-Elf um Christoph Baumgartner will sich heute die Schotten (rechts Liverpool-Star Andy Robertson) vom Leib halten.
© gepa

Von Alex Gruber

Wien – Für viele sitzt ÖFB-Cheftrainer Franco Foda nur zweieinhalb Monate nach der erfolgreichen EURO auf dem Schleudersitz, sollte die heimische Auswahl auch beim heutigen Heimspiel nicht den stets großen Erwartungen entsprechen. Denn trotz aller hochkarätigen Ausfälle (Sabitzer, X. Schlager, Lainer und Kalajdzic fehlen verletzt; Grillitsch ist gesperrt) bleibt die Favoritenrolle wie schon in Israel dennoch auf Seiten der Gastgeber liegen.

Das weiß Foda, der nach dem Nackenschlag in Israel heute auch auf mentaler Ebene die elf Richtigen finden muss. Nachdem ihm Sportdirektor Peter Schöttel den Rücken stärkte („was mich stört, ist, dass alles auf den Teamchef fokussiert wird“) und er auch die Spieler in die Verantwortung nahm, scheint für Foda heute kein „existenzielles“ Spiel zu drohen. Zumal stellt sich die Frage, ob sich der im Oktober scheidende ÖFB-Präsident Leo Windtner einen Trainerwechsel in seiner Ära noch „antun“ will. Und außerdem hat Schöttel ja angekündigt, dass Foda im Falle einer Teilnahme am WM-Play-off im März 2022 als ÖFB-Teamchef fungieren werde.

⚽ WM-Qualifikation, Gruppe F

Österreich - Schottland 20.45 Uhr/live ORF 1 und DAZN

  • Wien, Ernst Happel Stadion, SR Kabakov/BUL
  • Österreich: Bachmann (Watford/ENG/8 Länderspiele) - Lienhart (SC Freiburg/GER/7/0 Tore), Dragovic (Roter Stern Belgrad/SRB/95/2), Hinteregger (Eintracht Frankfurt/GER/61/4) - Trimmel (Union Berlin/GER/15/0), Laimer (RB Leipzig/GER/15/1), Ilsanker (Eintracht Frankfurt/GER/57/0), Alaba (Real Madrid/ESP/87/14) - Schaub (1. FC Köln/GER/24/6), Baumgartner (TSG Hoffenheim/GER/16/6) - Arnautovic (Bologna/ITA/93/29)
  • Schottland: Gordon (Hearts/57) - McKenna (Nottingham/22/0), Cooper (Leeds/ENG/8/0), Hanley (Norwich/ENG/38/2) - Tierney (Arsenal/ENG/25/0), Gilmour (Norwich/NEG/5/0), McGregor (Celtic Glasgow/35/1), J. McGinn (Aston Villa/ENG/37/10), Robertson (Liverpool/ENG/50/3) - Dykes (Queens Park Rangers/ENG/17/3), Adams (Southampton/9/2)
  • Parallelspiele (20.45 Uhr): Dänemark - Israel, Färöer - Republik Moldau

Natürlich prasselten bei der Abschluss-Pressekonferenz alle möglichen Fragen auf Foda ein, in denen es vor allem darum ging, ob er noch der Richtige sei und sein Draht zum Team noch stimme. Da sprang auch Kapitän David Alaba gleich helfend zur Seite: „Wenn wir kein gutes Verhältnis zum Trainer hätten, hätten wir auf gar keinen Fall so eine EM gespielt.“ Dass einige seine Ablöse forderten, kommentierte Foda politisch korrekt: „Das gehört zum Business dazu. Im Fußball gibt es schnell Stimmungsschwankungen in beide Richtungen, das muss man akzeptieren und respektieren.“

Der 55-Jährige beantworte lieber sportliche Fragen und signalisierte „absolutes Vertrauen in die Mannschaft“, dieses wichtige Spiel im Kampf um Rang zwei zu gewinnen. Dass es dabei zu personellen Änderungen im Vergleich zur Israel-Pleite kommen wird, versteht sich von selbst.

Das gehört zum Business dazu. Im Fußball gibt es schnell Stimmungsschwankungen in beide Richtungen, das muss man akzeptieren und respektieren.
Franco Foda, ÖFB-Teamchef

Am Rasenviereck des Ernst-Happel-Stadions – 15.000 Karten waren im Vorverkauf abgesetzt – trifft heute die Nummer 23 der FIFA-Weltrangliste (Österreich) auf die Nummer 49 (Schottland), die ohne ManU-Topstar Scott McTominay auskommen muss. Beim 2:2 im Hinspiel markierte übrigens Sasa Kalajdzic noch beide ÖFB-Tore.

Um die Lufthoheit wird es gegen die Briten, die gerne lange Bälle schlagen, auch heute gehen. Möglich, dass Foda deswegen erneut auf eine kopfballstarke Dreierkette baut. Denn nur über die Physis und gewonnene Zweikämpfe führt der Weg in ein erfolgreiches Spiel. Dass man sich nicht ähnliche Patzer wie in Israel leisten darf, liegt ungeachtet der Personalauswahl und des taktischen Systems auf der Hand: „Jeder Spieler weiß, welche Fehler begangen wurden. Wir haben das in Ruhe und mit der nötigen Sachlichkeit angesprochen, aber schon klar in den Details.“

Schotten mit Respekt gegen ÖFB-Elf

Der Respekt des schottischen Teamchefs Steve Clarke ist wegen der 2:5-Niederlage nicht gesunken: „Sie haben ein sehr gutes Team, das haben sie bei der EM gezeigt, wo sie Italien große Probleme bereitet haben. Sie wollen am Dienstag sicher zeigen, dass sie besser sind, als das Ergebnis gegen Israel vermuten lässt.“

Detail am Rande: Der ÖFB bietet heute im Rahmen des Länderspiels gemeinsam mit der Österreichischen Gesundheitskasse und der Stadt Wien eine Impfaktion an. In einem Impfbus vor dem Ernst-Happel-Stadion kann man sich bei freier Auswahl des Impfstoffes zwischen 15.30 und 21 Uhr (E-Card mitnehmen) immunisieren lassen.

⚽ WM-Qualifikation, die Spiele am Dienstag

🔴 Gruppe A

  • Aserbaidschan - Portugal 18.00 Uhr
  • Irland - Serbien 20.45 Uhr

🔴 Gruppe D

  • Frankreich - Finnland 20.45 Uhr
  • Bosnien-Herzegowina - Kasachstan 20.45 Uhr

🔴 Gruppe F

  • Österreich - Schottland 20.45 Uhr
  • Dänemark - Israel 20.45 Uhr
  • Färöer - Moldau 20.45 Uhr

🔴 Gruppe G

  • Niederlande - Türkei 20.45 Uhr
  • Norwegen - Gibraltar 20.45 Uhr
  • Montenegro - Lettland 20.45 Uhr

🔴 Gruppe H

  • Slowakei - Zypern 20.45 Uhr
  • Kroatien - Slowenien 20.45 Uhr
  • Russland - Malta 20.45 Uhr

Kommentieren


Schlagworte