Wärmepumpen nutzen Rauchgas: Auszeichnung für Hall AG

Die Hall AG darf sich über den Tiroler Energy Globe Award freuen. Mit neuen Wärmepumpen wird die Gesamtenergie auf 18.000 Megawattstunden erhöht.

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Bruno Oberhuber, LHStv. Josef Geisler, Oskar Haim, BM Eva-Maria Posch, Artur Egger und Christian Holzknecht (v. l.) bei der Verleihung.
© Paschinger

Hall – Ein Haller Erfolgsprojekt wurde am Mittwoch mit einem der renommiertesten Umweltpreise belohnt: Die Hall AG erhielt den Energy Globe Award Tirol 2021. Der Energieversorger hat seine Biomasseanlage um neu entwickelte Wärmepumpen aufgerüstet. Damit wird nun das Rauchgas der Anlage noch einmal genutzt und die Energiemenge auf 18.000 Megawattstunden gesteigert. Gleichzeitig wird der CO2-Ausstoß um 2200 Tonnen verringert und 1500 Haushalte können versorgt werden.

Die Hall AG zeige mit dem Biomasseheizkraftwerk Hall vor, „wie man aktiv einen Beitrag dazu leisten kann, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren und gleichzeitig Energie einzusparen“, erklärte Tirols Energie-Referent LHStv. Josef Geisler anlässlich der Überreichung des Pokals. Tirol verfolgt bekanntlich das Ziel, bis 2050 von fossiler Energie unabhängig zu sein. Und so freut sich auch die Haller Bürgermeisterin Eva-Maria Posch, dass Hall seinen „Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels“ leiste.

„Wesentliche Bausteine der Energiewende sind unsere Energieversorger“, betonte Bruno Oberhuber von Energie Tirol. 2004 hatte die Hall AG das Biomassewerk gebaut, seit 2019 setzte man sich mit einem besonderen Potenzial der Anlage auseinander: Es ging um die Rauchgase, die mit 150 Grad Wärme ausströmten. 1,6 Millionen Euro investierte man daher in die Entwicklung neuer Rauchgaskondensatoren. Diese können als Wärmetauscher eingesetzt werden. Dabei wird wiederum Kühlwasser verwendet, das noch einmal als Wärmequelle Energie liefert. Und so kommt nur noch knapp 100 Grad heißes Gas aus der Anlage. Entwickelt wurde dieses nun preisgekrönte System von Oskar Haim und der Firma Ochsner Energie Technik.

Diese Wärmepumpenanlage bringe weitere 4 MW, freut sich der technische Vorstand der Hall AG, Artur Egger. In Sachen Energieeffizienz glaubt er nicht, dass das letzte Wort gesprochen ist. Bald sollen Absam und Mils zum Fernwärmenetz dazukommen. Der kaufmännische Vorstand Christian Holzknecht betont seinerseits, dass die Hall AG demnächst den 1000. Anschluss installieren werde – „das ist ein Beitrag zur Klimaregion“.

Der Energy Globe Award gilt als weltweit bedeutendster Energiepreis. Dafür werden jährlich rund 800 Projekte eingereicht. Mit der Hall AG steht nun der Sieger auf der Tiroler Ebene fest, in einigen Wochen wird das österreichische Siegerprojekt gekürt, bevor es in die Weltausscheidung geht. (pascal)


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