Jungholz arbeitet an richtigen Kontakten im Fall eines Lockdowns

Schon jetzt wird an Netzwerken gezimmert, um bei einem Lockdown die Grenzen offen halten zu können.

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Plädoyers für offene Grenzen (v. l.): Organisatorin BM Karina Konrad (Jungholz), BM Andi Haid (Mittelberg), Bernhard Joachim (GF Allgäu GmbH), Florian Phleps (GF Tirol Werbung), Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und Landesrat Christian Gantner (Vorarlberg) am Mittwochnachmittag in Jungholz.
© Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Jungholz – „Wir sollten uns alle persönlich kennen, wissen, mit wem wir es zu tun haben.“ Der Wunsch der Jungholzer Bürgermeisterin Karina Konrad – nämlich bei einem weiteren Lockdown schnell und unbürokratisch die richtigen Entscheidungsträger erreichen zu können – ging schon ein wenig mit der von ihr mitinitiierten Veranstaltung in Erfüllung. Im Berghotel Tirol in Jungholz waren die richtigen Leute zusammengekommen, die sich vor Monaten mit den extremen Auswirkungen des Lockdowns herumschlagen mussten, die die beiden Enklaven Jungholz und das Kleinwalsertal so betroffen hatten. Polizeioffiziere saßen neben Bürgermeistern, Touristiker neben Landespolitikern. Alle bunt gemischt aus Tirol, Bayern und Vorarlberg. Die Plattform Kleinwalsertal, die sich im Zuge der Corona-Problematik bildete, hatte zum Talk geladen, bei dem man sich gegenseitig attestierte, dass man „im Austausch zusammengewachsen ist“.

Ein „Ergebnis“ gab es nach der zweistündigen Podiumsdiskussion natürlich nicht. Aber viel guten Willen, nicht blauäugig dem Winter entgegenzugehen, ohne diesmal gewappnet zu sein. „Nie mehr für Monate eingesperrt sein und die Grenzen offen halten“, war der Tenor. Dafür gelte es Rahmen und notwendige Netzwerke zu schaffen.

Konrad zeigte die Bedeutung des deutschen Marktes für das kleine Bergdorf auf: „Der Anteil der österreichischen Gäste macht in Jungholz 0,8 Prozent aus. Heuer im Sommer hatten wir wieder 30.000 Nächtigungen und damit Vor-Corona-Niveau.“ Hotelier Tim Winter schilderte, dass nicht die Enklave, sondern fehlende Mitarbeiter „ein unheimlich großes Problem“ seien. Man sei anpassungsfähig, „aber hier sind wir schon auseinandergezogen wie ein Kaugummi. Der Arbeitsmarkt muss sich öffnen.“


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