Suizidprävention: Wenn Gespräche Leben retten

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Symbolbild.
© Adrian Swancar/Unsplash

Innsbruck – In Österreich starben 2020 laut Statistik Austria 1068 Personen durch Suizid. „Vergleicht man diese Zahl mit den insgesamt 344 getöteten Personen im Straßenverkehr, so entspricht die Todesursache Suizid dem mehr als Dreifachen. In Österreich nehmen sich durchschnittlich täglich drei Menschen das Leben“, erklärt Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) und betont: „Die meisten Menschen, die einen Suizidversuch unternehmen, wollen nicht sterben, sondern können so wie bisher nicht mehr weiterleben.“ Gespräche könnten in solchen Situationen Leben retten. „Es ist in einer scheinbar ausweglosen Situation gut zu wissen, dass jemand da ist, zuhört und sich der Sorgen, Ängste und Probleme annimmt. Allein das kann Hoffnung und Zuversicht geben“, so die Landesrätin.

Sie verweist anlässlich des heutigen Welttages der Suizidprävention auf den Psychosozialen Krisendienst, der seit Oktober vergangenen Jahres aus der Corona-Sorgen-Hotline hervorgegangen ist. Seit Beginn des Dienstes wurden insgesamt 2620 Anrufe verzeichnet, das sind durchschnittlich rund 238 Anrufe im Monat. In 180 Gesprächen war Suizid ein Thema, das sind im Schnitt 16 Anrufe pro Monat. Darin ging es um Suizidgedanken, Suizidabsichten und Suizidversuche von Betroffenen, aber auch um Anrufe von Angehörigen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krisendienstes sind unter 0800/400120 von Montag bis Donnerstag 8 bis 20 Uhr, von Freitag 8 Uhr bis Montag 8 Uhr und an Feiertagen ab 8 Uhr für 24 Stunden erreichbar. Am Wochenende rund um die Uhr und an Feiertagen (ab 8 Uhr) ist das Angebot des Psychosozialen Krisendienstes zudem um die Möglichkeit erweitert, betroffene Menschen zu Hause aufzusuchen.

Die Diözese Innsbruck verweist auf das Angebot der Telefonseelsorge, die rund um die Uhr unter 142 kontaktiert werden kann. Im Rahmen des Weltsuizidpräventionstags bietet die Telefonseelsorge außerdem Chats mit Experten zu unterschiedlichen Schwerpunkten an. Die Chattermine sind unter www.onlineberatung-telefonseelsorge.at kostenfrei buchbar. Bischof Hermann Glettler nimmt den heutigen Tag zum Anlass, für ein „bewusstes Miteinander“ zu plädieren: „Oberstes Ziel einer Gesellschaft, wo Menschen füreinander Verantwortung wahrnehmen, muss die Suizidprävention sein.“ (TT)

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Wenn Sie Hilfe brauchen:

"Tiroler Landesverband für Psychotherapie, Leopoldstraße 38, 6020 Innsbruck, Tel. 0512-561734, office@tlp.tirol

Falls Sie Fragen rund um das Thema "Psychotherapie" haben, dann nutzen Sie die Hotline des TLP jeweils donnerstags von 16-17 Uhr unter 0512-561734

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizidgedanken betroffen sind, finden Sie hier Hilfe:

Die Telefonseelsorge

ist unter 142 kostenfrei rund um die Uhr jeden Tag erreichbar. Die Beratung ist vertraulich. Mail- und Chatberatung: www.onlineberatung-telefonseelsorge.at

Rat auf Draht:

kostenloser Notruf für Kinder und Jugendliche, Tel. 147 (ohne Vorwahl) rund um die Uhr, https://www.rataufdraht.at/

Pro mente:

https://promente-tirol.at/de/

Psychiatrische Ambulanz der Innsbrucker Klinik:

Tel. +43 (0)50 504 23648

Notaufnahme des MZA, Anichstraße 35, Innsbruck

Tel. +43 (0)50 427 057

Psychosozialer Dienst in Hall in Tirol:

www.psptirol.org, Tel. +43 (0)52 2354 9 11

Kriseninterventionsdienst des Roten Kreuzes:

Notruf 144


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