Landesgericht: Prozess um tödliche Qual für Küken nach Nestentfernung

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Bei Entfernung eines Amselnests verendeten drei Küken.
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Die Wahrnehmung zum Umgang mit Tieren befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Wandel – zugunsten des Tierwohls. Dies führt auch zu vermehrten Anzeigen aus der Bevölkerung sowie zu einem Anstieg von Prozessen wegen Tierquälerei. Ein Strafdelikt, das mittlerweile mit bis zu zwei Jahren Haft bedroht ist. Wie schnell man da zum Angeklagten werden kann, zeigte sich gestern am Landesgericht bei einem 59-jährigen Tiroler, der im Juni für das unnötige Quälen von Amselküken verantwortlich gemacht wurde.

Als leitender Angestellter wollte er damals in seiner Firma die reibungslose Nutzung des Fuhrparks sicherstellen. Das Problem: Auf einem der Anhänger befand sich ein Amselnest mit vier noch sehr jungen Küken. Im Umgang mit Wildtieren unbedacht, bereinigte der 59-Jährige die Situation auf eigene Faust, anstatt qualifizierte Kräfte herbeizurufen. So entfernte der Mann das Nest zwar vorsichtig, verscheuchte aber die Amselmutter. Ein Zufügen von unnötigen Qualen für die Küken laut Staatsanwalt Markus Grüner.

Das spätere Tun anderer Mitarbeiter fiel dem Angeklagten da gar nicht weiter zur Last. Diese hatten – wohl in bester Absicht – das Nest auf einem hohen Balken platziert, was jedoch zum Tod von drei Küken geführt hatte, die aus dem Nest gestürzt waren. Nach einer Verantwortungsübernahme, gegenüber den Tieren nicht umsichtig genug gehandelt zu haben, erörterte Richterin Heide Maria Paul mit Verteidiger Roman Schobesberger die Möglichkeit einer Diversion statt Vorstrafe. Dies nahm der Angeklagte mitsamt 850 Euro Bußgeld sofort an.

Zwei Jahre Haft für Kinderpornografie

Wegen des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und Kinderpornografie wurde ein 28-Jähriger im Juni zu zwei Jahren Haft verurteilt. Da der Mann bereits 2018 wegen Kinderpornografie verurteilt worden war, waren ihm zudem einst bedingte sieben Monate Haft widerrufen worden. Trotz Berufung der Staatsanwaltschaft bestätigte das Oberlandesgericht gestern das Urteil. Der Mann hatte durch seine Lebensbeichte Missbrauchsfälle erörtert, die sonst im Dunkeln geblieben wären. (fell)


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