„Blaues Gold“: Ernte der Stanzer Zwetschke ist heuer überschaubar

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In der Genussregion Stanzer Zwetschke ist die Ernte der edelsüßen Früchte voll im Gang. Der Ertrag liegt aber unter dem Durchschnitt.
© Wenzel

Stanz bei Landeck, Grins, Pians – „Stanz brennt“, heißt es um diese Jahreszeit in der Genussregion Stanzer Zwetschke. Doch längst entschlossen sich die Veranstalter zur Absage des Kultfestes, wegen der „Corona-Auflagen“.

In den Plantagen in Stanz-Grins-Pians winkt dieser Tage dennoch „blaues Gold“ von den Bäumen. Allerdings ist jeder zweite Baum ein „Totalausfall“, wie die Obstbauern bestätigen, die jetzt ihre Ernte in die Scheune bringen. „Wir haben ein durchwachsenes Jahr mit mäßigen Erträgen“, fasst Stefan Nothdurfter, Obmann der Genussregion, zusammen. „Die Ursache liegt in den nassen und kalten Tagen im Frühjahr, während der Blüte.“

Je nach Sorte, Standort und Windeinfluss sei der Reifungsprozess begünstigt oder blockiert und zerstört worden. Nur beim weniger empfindlichen Spänling gebe es kaum Einbußen. In Summe ernte man heuer 150 Tonnen Zwetschke und 50 Tonnen Spänling, so Nothdurfter. In einem „Normaljahr“ würden 300 Tonnen Zwetschke geerntet. Die Früchte kommen jetzt „in dosierten Mengen“ in den Fachhandel und in den Ab-Hof-Verkauf.

Preiserhöhungen wie in der Baubranche werde es nicht geben, hob der Obmann hervor. Aber eine Erhöhung „um ein paar Cent“ sei nötig. Auswirkungen würden auch die 150 Brennereien spüren. Zwetschkenbrand Jahrgang 2021 werde es in vergleichsweise kleinen Mengen geben.

Neben der Genussregion Paznauner Almkäse ist auch die Zwetschken-Region von den österreichweiten Umstrukturierungen betroffen. „Produktqualität und geografischer Ursprung stehen künftig stärker im Fokus“, weiß Nothdurfter, der auch schon den neuen Regionsnamen kennt: „Genussregion Stanzertal“– Untertitel „Stanzer Zwetschke“. (hwe)


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