Polit-Alltag unter neuen Bedingungen für Familienministerin Raab

Alles (fast) wie immer: Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) ist jetzt eine Working Mum mit dichtem Terminplan.

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Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) mit Mann und Kind vor dem ÖVP-Parteitag. Jetzt ist ihre Babypause vorbei.
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Von Carmen Baumgartner-Pötz

Wien – Acht Wochen nach der Geburt ihres Sohnes ist Frauen- und Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) am Mittwoch mit dem Ministerrat wieder in den politischen Tagesbetrieb eingestiegen. „Wie im Flug“, sei die Babypause vergangen, sagt sie im TT-Gespräch. Nun ist ihr Gatte ein Jahr in Karenz und schupft den Babyalltag – „aber wir haben uns so organisiert, dass mich meine beiden Männer zwischen Terminen im Büro besuchen kommen und manchmal auch begleiten“, sagt Raab. Ihrer Verantwortung als Ministerin rasch wieder nachzukommen, aber ihr Kind trotzdem regelmäßig sehen zu können, das sei ihr Ziel. Wie viel Auswirkung die Politik auf das Familienleben jedes Einzelnen hat, bekommt Raab jetzt auch selbst zu spüren – von der Beantragung der Familienbeihilfe bis zur Suche nach dem passenden Kindergarten. „Diese Themen waren vorher schon präsent, aber jetzt kommt meine persönliche Erfahrung dazu, die ich auch in meine Arbeit einfließen lassen werde“, sagt die Oberösterreicherin.

Eines von Raabs Schwerpunktthemen im politischen Herbst ist der Gewaltschutz. Bei einem „Vernetzungstreffen“ im Innenministerium diese Woche sollte der „Schulterschluss“ von Opferschutzorganisationen mit den Stellen für die neu etablierte so genannte opferschutzorientierte Täterarbeit verdeutlicht werden. Künftig soll auch die Arbeit mit gewaltausübenden Männern mehr in den Fokus rücken. „Die Bundesregierung hat beim Gewaltschutz mit 25 Mio. Euro das größte Paket seit Jahrzehnten geschnürt“, ist Raab zufrieden. Die Gewaltschutzzentren seien ausfinanziert, man arbeite aber ständig daran, noch besser zu werden.

So will etwa Raabs Partei- und Ministerkollege im Innenressort, Karl Nehammer, in allen Polizeiinspektionen Präventionsbeamte installieren. Als weiteren Schwerpunkt nennt Raab die Stärkung von Frauen mit Migrationshintergrund. In den nächsten Wochen ist eine Integrationskonferenz geplant, die sich mit dem Kampf gegen patriarchale, kulturbedingte Gewalt auseinandersetzt. Für Organisationen, die sich in diesem Bereich engagieren, sind drei Mio. Euro Unterstützung budgetiert.

Im Rahmen der geplanten Steuerreform der türkis-grünen Regierung – die Verhandlungen laufen noch – soll auf Wunsch der ÖVP der Familienbonus erhöht werden.


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