Škoda will mit dem Enyaq Coupé „simply sexy“ werden

Die tschechische VW-Tochter setzte bisher auf Vernunft und Solidität. Nun wagt sie sich mit dem Enyaq Coupé in eine ganz neue Welt. Die Tiroler Tageszeitung fuhr bereits den Prototyp in Bayern.

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Voll im Trend: Das Enyaq-Derivat nimmt zahlreiche Zeitgeist-Elemente in sich auf: Elektroantrieb, Coupé-Anmutung und SUV-Karosserie.
© Škoda

Von Markus Höscheler

München – Mit „simply clever“ hat sich Škoda ein Markenzeichen geschaffen. Damit signalisiert die Marke gut überlegte, praktische, den Alltag erleichternde Lösungen im Zusammenhang mit ihren Fahrzeugen. Das kann eine kleine Regenschirmmulde in der Seitentürverkleidung sein oder ein reservierter Platz für den Eiskratzer auf der Innenseite des Tankdeckels. Dazu kommt der Grundanspruch, ein möglichst großes, überzeugendes Raumangebot zu schaffen. Kein Wagnis ging Škoda dagegen bis dato ein, wenn es um die Formensprache ging. Design-Abenteuer galten bisher als Tabuzone.

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Elektrifizierung von Autos zeigt sich Škoda deutlich experimentierfreudiger. Škoda hat mit dem Enyaq ein ansehnliches Kompakt-SUV auf den Markt gebracht, das nur mit Elektromotoren bestückt werden kann. Die Nachfrage sei hoch, bisher gingen laut Škoda-Mitarbeitern rund 70.000 Bestellungen europaweit ein. Die Entwicklung überfordert sogar die Produktion, inzwischen müssen Neukunden mit Lieferzeiten von fast einem Jahr rechnen.

Der Enyaq-Coup beflügelt Škoda derart, dass ein Derivat bald folgen wird: das Enyaq Coupé. Erstmals setzt dabei Škoda vorrangig auf Emotion und nachrangig auf Funktion. Während der Vorderwagen bis zur B-Säule mit dem Basis-Enyaq ident ist, fällt danach die Dachlinie deutlich ab und verleiht dem SUV-Coupé einen dynamischen Charakter. Die Ästhetik fordert ihren Tribut, das Ladeabteil des Coupés ist nicht ganz so groß wie beim gewöhnlichen Enyaq, die Kopffreiheit auf der Rückbank wird weniger. Dennoch können sich die Zahlen sehen lassen, das Stauvolumen des Kofferraums beträgt 570 Liter; Sperrgut ist allerdings nicht mehr so leicht transportierbar wie in anderen Škoda-Modellen. Was nicht minder beeindruckt: Normalgroße Erwachsene sitzen im Fond außen recht bequem, dank einer speziellen Glasdachlösung, die ohne Rollo auskommt, dafür stoffliche Aussparungen über den Rücksitzen mit sich bringt, die mehr Raumgefühl erzeugen. Škoda verspricht außerdem, bei dem Glas bestimmte Materialien zu verwenden, die ein unangenehmes Aufheizen bei schönem Wetter verhindern.

Nicht nur damit haben sich die Techniker und Designer auseinandergesetzt: Um mehr Reichweite zu erzielen, gelang es den Verantwortlichen, den Luftwiderstandsbeiwert auf 0,247 zu drücken – folglich rechnet der Hersteller mit einer Normreichweite von mehr als 535 Kilometern, sollte die 77-kWh-Batterie (netto) verbaut sein. Optional gibt es einen Akku mit 58 kWh. Vorgesehen sind vorerst drei Leistungsstufen (132 kW, 150 kW und 195 kW), auch eine RS-Version ist angedacht. Die erste Ausfahrt mit einem getarnten Enyaq Coupé war jedenfalls vielversprechend. Die Enthüllung ist im Dezember vorgesehen, der Marktstart wahrscheinlich im Frühjahr 2022.

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