Start im Zeichen der Sicherheit: Corona-Regeln bleiben Teil des Schulalltags

Die Pandemie bestimmt auch den Start des neuen Schuljahrs. Für die 93.500 Schüler, darunter 8200 Erstklassler, steht es ganz im Zeichen der Sicherheit.

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Schultüten und Mund-Nasen-Schutz: Auch das neue Schuljahr ist geprägt durch Corona-Maßnahmen.
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Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck – Viele Regeln, die teils schon wieder geändert werden sollen, und ein übergeordnetes Ziel: Im gesamten Schuljahr soll Präsenzunterricht möglich sein, hofft die Bildungsdirektion Tirol.

1 Sicherheitsphase: Durch die dreiwöchige Sicherheitsphase zu Beginn des Schuljahres mit den dreimal wöchentlich stattfindenden Corona-Tests (zwei Antigen-Tests, ein PCR-Test durch Mundspülen) sollen mögliche Infektionen frühzeitig entdeckt und die Ansteckung anderer vermieden werden. Ziel der Maßnahmen ist, ohne Klassen- oder Schulschließungen auszukommen.

2 Sicherheitskonzept: Nach der Sicherheitsphase sind drei Risikostufen maßgebend, die von der risikoadjustierten 7-Tage-Inzidenz abhängen. Die Schulen sind darüber informiert, welche Maßnahmen in welcher Risikostufe zum Tragen kommen, und sind entsprechend vorbereitet.

3 Risikostufen: Die Corona-Kommission ermittelt für die Bundesländer die spezifischen risikoadjustierten 7-Tage-Inzidenzen. Die entsprechenden Schwellenwerte für die Bildungseinrichtungen: Alles unter 100 gilt als geringes Risiko (Stufe 1), von 100 bis 199 als mittleres Risiko (Stufe 2) und ab 200 als hohes Risiko (Stufe 3).

4 Tests: Sie werden in den Klassen unter Aufsicht von Lehrpersonen von den Schülern selbst durchgeführt. Es ist eine Einverständniserklärung nötig, die am ersten Schultag mitgebracht werden muss.

5 Logistik im Zusammenhang mit den PCR-Tests als große Herausforderung: Hier ist der vom Bildungsministerium beauftragte Logistiker gefordert, für rechtzeitige Abholung der Teströhrchen bei den Schulen und Lieferung an das Labor zu sorgen. In einigen Schulen in Ostösterreich gab es zuletzt Aufregung über nicht abgeholte oder nicht rechtzeitig ausgewertete PCR-Tests. Technische Probleme in einem Großlabor werden dafür verantwortlich gemacht.

6 Ninja-Pässe: Die Testergebnisse werden darin vermerkt, die Pässe ermöglichen einen Zutritt auch zum Sportverein, ins Restaurant etc.

7 Mund-Nasen-Schutz muss außerhalb der Klasse getragen werden.

8 Erster Schultag: Im vergangenen Jahr konnten die Eltern ihre Kinder nicht ins Klassenzimmer begleiten. Für die Erstklässler ist das diesmal während der ersten Schulwoche aber ausdrücklich vorgesehen. Dabei gelten die 3-G-Regel und Maskenpflicht.

9 Elternabende: Ob sie stattfinden können, hängt von der jeweils geltenden Risikostufe ab.

10 Informationen über möglicherweise bevorstehende Änderungen der Regeln an den Schulen durch einen Anstieg der Corona-Fälle: Im vergangenen Schuljahr gab es viel Verwirrung und Kritik an der Kommunikation. „Möglichst frühzeitige Information ist von großer Wichtigkeit“, heißt es dazu aus der Bildungsdirektion. Aufgrund der Komplexität der Aufgabenstellungen sei es aber unerlässlich, dass die Informationen sorgfältig erarbeitet werden, bevor sie weitergegeben werden. Das erfordert Zeit und kann dazu führen, dass Information kurzfristig erfolgen muss.

11 Kommunikation: Durch die Lockdowns war es unumgänglich, dass Schüler, Lehrpersonen, Schulleitungen, Schulverwaltung und Eltern verstärkt auf digitales Arbeiten setzen. Bund und Land haben mit einer Digitalisierungsoffensive in die digitale Infrastruktur investiert.

12 Durchimpfungsrate bei Lehrern: Sie ist bei den Tiroler Lehrpersonen mit 80 Prozent deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Impfungen sind freiwillig.

13 Lüften: Es ist nicht vorgesehen, dass Kinder „in kalten Klassenzimmern“ mit dauerhaft geöffneten Fenstern sitzen. Kurzes, regelmäßiges Stoß- und Querlüften wird aber weiterhin notwendig sein, weil das die beste Methode ist, für gute Luftqualität zu sorgen.

14 Luftreinigungsgeräte: Eine Erhebung hat ergeben, dass es in Tirol nur sehr wenige Klassenräume gibt, in denen sich die Fenster nicht zu ordentlichem Lüften eignen. Für die betroffenen Schulen wurden Luftreiniger bestellt – für zehn Räume in acht Schulstandorten insgesamt 22 Geräte. Sie sollen Ende September/Anfang Oktober geliefert werden.

15 Erkrankte Kinder: Sie sollten nicht in die Schule kommen. Nur ein Schnupfen ist aber kein Grund, um Schülern die Teilnahme am Unterricht zu verwehren. Anders ist die Sache, wenn Covid-19-Symptome auftreten.

16 Verdachtsfall in der Klasse: In diesem Fall werden die Eltern und das Covid-Zentrum des Landes verständigt. Es entscheidet darüber, welche Maßnahmen im Einzelfall zu ergreifen sind.

17 Quarantäne: Aktuell können sich Schüler nach einer Infektion in ihrer Klasse frühestens nach zehn Tagen per PCR-Test „freitesten“, laut Bildungsminister Faßmann soll das künftig bereits nach fünf Tagen möglich sein.

18 Unterricht: Aus derzeitiger Sicht können alle Fächer unterrichtet werden. Ab der Risikostufe 2 kommt es aber zu Einschränkungen in den Fächern Bewegung und Sport sowie Musik.

19 Eltern: Es gibt mehrere Möglichkeiten, sie zu informieren – über Elternbriefe, E-Mails und weitere digitale Kanäle wie Schoolfox.

20 Psychologische Betreuung: Im Rahmen der Schulpsychologie, die durch Corona eine noch größere Bedeutung bekommen hat, stehen nur beschränkte Personalressourcen zur Verfügung. Kürzlich gab es aber eine Aufstockung der Stellen durch den Bund, auch für Tirol wurde eine Ausweitung des Angebots versprochen.


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