Familie in Kematen sucht verzweifelt nach Wohnung

Eine Familie in Kematen muss Ende des Monats ausziehen. In eineinhalb Jahren wurde keine Gemeindewohnung für sie frei.

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Der Umbau der Kemater Südtiroler Siedlung bringt den Wohnungsmarkt in der Gemeinde durcheinander.
© Rudy De Moor

Kematen – Die Lage für Sonja Schmidhofer, ihre beiden Kinder (6 und 16) und ihren Lebensgefährten wird immer verzweifelter. Mit 30. September muss die Familie aus ihrer bisherigen Bleibe endgültig ausziehen und es tut sich keine bezahlbare Wohnmöglichkeit auf. Die neuen Eigentümer der Wohnung hatten die Frist schon einmal verlängert – der Eigenbedarf ist angemeldet. Dabei hatte Schmidhofer im August noch einmal Hoffnung geschöpft: Eine 6-Zimmer-Wohnung in der Südtiroler Siedlung war ab 1. Oktober zur Ausschreibung gekommen. Die Mutter hatte das als Zusage gedeutet – und fiel umso mehr aus allen Wolken, als sie plötzlich telefonisch von der Gemeinde Kematen informiert wurde: Die Wohnung wurde anderwärtig vergeben.

Die Frau versteht die Welt nicht mehr: Seit 21 Jahren wohnt sie im Ort, ihre Kinder sind hier aufgewachsen. „Ich müsste doch mit dem drohenden Wohnungsverlust weit vorgereiht sein“, klagt sie. Die Gemeinde kenne ihre Situation seit Anfang 2020. „Man hat mir gesagt, dass keine Wohnungen frei sind. Und ich müsse mich auf dem freien Markt umschauen. Aber wir können uns keine Wohnung um 1300 Euro leisten.“

Wohnungsreferentin Ruth Köck erklärt das Kemater Wohnungsproblem mit dem derzeitigen Umbau der Südtiroler Siedlung. Die 6-Zimmer-Wohnung war nur für drei Jahre ausgeschrieben, und die Vergabe erfolgte an eine Alleinerzieherin mit drei kleinen Kindern, die ebenfalls vor Jahren nachgefragt habe. „Die Familie ist nicht die Einzige, die derzeit sucht“, sagt Köck. Sie selbst kenne „einige Wohnungen, die leistbar sind“, sagt die Referentin und verweist auch auf die Möglichkeit der Mietzinsbeihilfe. Sie habe auch selbst auf Wohnungen hingewiesen, die allerdings abgelehnt worden wären. „Eine Notlösung wäre vielleicht, vorübergehend nach Oberperfuss oder Ranggen auszuweichen. Sie würden auch nicht ihre Punkte (für das Wohnungssystem, Anm.) verlieren.“

Das ist für Schmidhofer keine Alternative. Man besitze nur ein Auto; der Tag sei vor allem mit der Betreuung der sechsjährigen Tochter getaktet, die besonderen pädagogischen Bedarf benötige. „Ich weiß nicht mehr, wohin“, sagt die verzweifelte Mutter unter Tränen. (pascal)


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