Milser Kleinod restauriert: Festakt am kommenden Sonntag

Die Generalsanierung der Annakirche ist abgeschlossen – am 19. September wird gefeiert.

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Dank großzügiger Spenden konnte die Annakirche saniert werden.
© Gemeinde Mils

Mils – Mit einem Festakt am 19. September begeht Mils die gelungene Generalsanierung der historischen Annakirche. Möglich wurden die Arbeiten zu einem großen Teil durch Spenden der Milser Bevölkerung. Allein 35.000 Euro seien dadurch auf dem Konto für die Annakirche gelandet, freut sich Alt-BM Peter Hanser. Er hatte die Restaurierung als eines der letzten Projekte seiner Bürgermeister-Ära in Angriff genommen und zeigte sich vom Ausmaß der Spendenfreudigkeit begeistert.

Der Innsbrucker Restaurator Michael Spechtenhauser konnte somit im Spätherbst 2020 mit den Arbeiten im Innen- und Außenbereich beginnen. Danach folgten Elektro- und Reinigungsarbeiten, die Bestuhlung wurde erneuert, eine Alarmanlage angebracht. Insgesamt machte die Sanierung rund 77.000 Euro aus, neben den Spenden flossen auch Subventionen von Landesgedächtnisstiftung, Bundesdenkmalamt, Landes-Kulturabteilung, Diözese, TVB Hall und Gemeinde.

Die Annakirche, eine spätgotische, in die südliche Friedhofsmauer eingebundene Kapelle, ist ein Spätwerk der Haller Bauhütte und wurde 1511 von Peter Kerner erbaut. Abgesehen von ihrer kulturellen Bedeutung sei die Annakirche für Mils auch so wichtig, weil sie seit Langem als Aufbahrungskapelle dient, betont BM Daniela Kampfl. Ein besonderer Schatz im Inneren ist eine monumentale Ölberggruppe. Die vier raumgreifenden, lebensgroßen Figuren beeindrucken durch ihre Ausdruckskraft – und scheinen gar ein Kulturdenkmal von europäischem Format zu bilden. Das stellt der Kunsthistoriker Arthur Saliger in seiner Stilanalyse fest. Nach den bisher bekannten Quellen stammt die Ölberggruppe aus der Spätgotik (um 1505/1510), für Saliger ist sie um einige Jahrzehnte älter, nämlich der Mitte des 15. Jahrhunderts zuzuordnen, und damit im Alpenraum einzigartig. Eine weitere Besonderheit, eine spätgotische Tabernakeltür in Form eines Vorhang-haltenden Engels aus der Zeit um 1480, wird in der Annakirche übrigens nur zu besonderen Anlässen gezeigt.

Das Programm am Sonntag, den 19. September, startet um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst am Milser Dorfplatz. Danach folgt ebendort ein Festakt, mit anschließendem Segen in der Annakirche – und Besichtigungsmöglichkeit für alle. (md)

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