Demir debütierte bei Barca-Niederlage gegen Bayern in Champions League

Als jüngster Nicht-Spanier seit Lionel Messi debütierte der 18-jährige Österreicher Yusuf Demir am Dienstag in der Champions League für Barcelona gegen Bayern München. An der Niederlage konnte auch er allerdings nichts mehr ändern. Manchester United unterlag indes den Young Boys Bern.

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Rapid-Leihgabe Yusuf Demir (r.) kam beim Stand von 0:2 ins Spiel.
© LLUIS GENE

Barcelona – Der FC Bayern München hat am Dienstagabend den Schlager zum Auftakt der Gruppenphase der Fußball-Champions-League beim FC Barcelona mit 3:0 für sich entschieden. Der deutsche Rekordmeister war im Camp Nou die überlegene Mannschaft und holte sich verdient durch Treffer von Thomas Müller (34.) und Robert Lewandowski (56., 85.) drei Zähler. Titelverteidiger Chelsea besiegte Zenit St. Petersburg mit 1:0, während Manchester United bei den Young Boys aus Bern 1:2 verlor.

Barcelona wirkte nach dem Abgang von Club-Ikone Lionel Messi vergleichsweise bieder. Nach vorne gelang den Katalanen äußerst wenig, die Bayern mussten in keiner Phase des Spiels an ihr Äußerstes gehen, der Klassenunterschied zwischen den beiden Teams war augenscheinlich. Müller brachte die Münchner durch einen von Eric Garcia abgefälschten Schuss in Führung. Lewandowski schnürte in der zweiten Hälfte einen Doppelpack, in dem er jeweils nach Stangenschüssen abstaubte.

Auf Seiten des FC Barcelona wurde Rapid-Liehgabe Yusuf Demir zum ersten Mal in der Champions League eingewechselt – als jüngster Nicht-Spanier seit Lionel Messi. Der 18-Jährige vermochte jedoch nicht das Ruder herumzureißen. Auf Seiten der Bayern wurde Marcel Sabitzer in der 82. Minute eingewechselt und vergab gegen Ende noch eine gute Chance auf ein weiteres Tor.

Der deutsche Rekordmeister wurde jedenfalls seiner Favoritenrolle in Gruppe E gerecht, die Parallelpartie zwischen Dynamo Kiew und Benfica Lissabon von Valentino Lazaro (ab 59.) endete 0:0.

Young Boys Bern – Manchester United 2:1

Young Boys Bern hat zum Auftakt der Gruppenphase der Fußball-Champions-League für eine Überraschung gesorgt. Der Schweizer Meister drehte am Dienstagabend vor mehr als 30.000 Zuschauern im ausverkauften Wankdorf-Stadion das Match gegen Manchester United und besiegte den englischen Favoriten nach 0:1-Rückstand noch mit 2:1. Jordan Siebatcheu schoss in der 95. Minute die Eidgenossen zum Sieg.

Alle Augen in Bern waren zunächst auf Manchester-Rückkehrer Cristiano Ronaldo gerichtet. Der portugiesische Superstar absolvierte in Bern seine 177. Partie in der europäischen Königsklasse und zog damit mit Rekordhalter Iker Casillas gleich. "CR7" ließ sich nicht lange bitten und brachte die Gäste nach einem spektakulären Außenrist-Pass von Bruno Fernandes mit seinem 135. Treffer in der Champions League in Führung. Ronaldo tunnelte dabei Bern-Goalie David von Ballmoos (13.).

Die Eidgenossen zeigten sich aber keineswegs geschockt, sondern setzten immer wieder starke Angriffe. Obendrein schwächte sich Manchester selbst: Außenverteidiger Aaron Wan-Bissaka sah nach einem üblen Tritt gegen das Sprunggelenk von Berns Christopher Martins Pereira völlig zurecht die Rote Karte (35.). In Hälfte zwei verstärkten die Young Boys ihre Offensivbemühungen zusehends und wurden belohnt. Nach einem Stanglpass kam United-Verteidiger Raphael Varane zu spät und Nicolas Moumi Ngamaleu spitzelte das Leder unhaltbar ins Tor (66.).

In der 72. Minute war für Rekordmann Ronaldo Schluss, für ihn wurde Jesse Lingard eingetauscht. Und ausgerechnet Lingard unterlief in der Nachspielzeit ein folgenschwerer Lapsus. Der 28-jährige Engländer servierte mit einem Fehlpass den Ball Siebatcheu, der wenig Mühe hatte, ManU-Goalie David de Gea zu überwinden.

Chelsea – St. Petersburg 1:0

Titelverteidiger FC Chelsea konnte sich beim 1:0 (0:0) gegen Zenit St. Petersburg auf seinen Rückkehrer verlassen. Romelu Lukaku erzielte den Siegtreffer für die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel - sein viertes Tor im vierten Spiel seit seinem Wechsel im Sommer. Das in der italienischen Serie A schwach gestartete Juventus Turin gewann mit 3:0 (3:0) bei Malmö FF. Die Gruppengegner des FC Bayern München, Dynamo Kiew und Benfica Lissabon trennten sich torlos unentschieden.

Im Spiel der Gruppe G mit dem VfL Wolfsburg kam RB Salzburg beim FC Sevilla trotz dreier Elfmeter und 40 Minuten in Überzahl nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Der deutsche Nationalspieler Karim Adeyemi sprach nach dem Spiel von „gemischten Gefühlen“. Er wurde in der ersten Halbzeit gleich drei Mal elfmeterreif gefoult. Noch nie in der Geschichte der Champions League hatte ein Team drei Elfmeter in einer Halbzeit zugesprochen bekommen. Doch den ersten verschoss Adeyemi (13.), den zweiten verwandelte Luka Sucic (21.), den dritten schoss Sucic an den Pfosten (37.). Ivan Rakitic (42.) glich dann ebenfalls per Foulelfmeter für Sevilla aus. Youssef En-Nesyri sah zu Beginn der zweiten Halbzeit für den Versuch, mit einer Schwalbe einen weiteren Elfmeter herauszuholen, die Gelb-Rote Karte. (TT.com, APA, dpa)

Alle Ergebnisse

Gruppe E

Dynamo Kiew - Benfica Lissabon 0:0

FC Barcelona - Bayern München 0:3 (0:1)

Gruppe F

Young Boys Bern - Manchester United 2:1 (0:1)

Villarreal - Atalanta Bergamo 2:2 (1:1)

Gruppe G

FC Sevilla - Red Bull Salzburg 1:1 (1:1)

OSC Lille - VfL Wolfsburg 0:0

Gruppe H

Malmö FF - Juventus Turin 0:3 (0:3)

Chelsea - Zenit St. Petersburg 1:0 (0:0)


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