Direktor Klein zur Finanzlage: AK ist „strukturell krisenfest“

Die Arbeiterkammer geht in die Offensive: „Wir haben nichts zu verstecken.“

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AK-Direktor Christoph Klein präsentiert den Rechnungsabschluss der neun Arbeiterkammern.
© APA/Neubauer

Von Michael Sprenger

Wien – Im aktuellen Vertrauensindex der heimischen Institutionen nimmt die Arbeiterkammer einen Spitzenplatz ein. Lediglich Polizei und Verfassungsgerichtshof werden noch vor der Interessenvertretung für die Arbeiter und Angestellten gereiht. Trotzdem gehört es seit Jahren zum politischen Ritual von FPÖ und NEOS, die Arbeiterkammer anzugreifen. Intransparent sei sie, in Geld schwimme sie.

Ob diese Angriffe nachlassen werden? Dies bleibt abzuwarten. Die AK jedenfalls versucht mit einer Vorwärtsstrategie, den Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen. „Wir haben nichts zu verstecken.“ Also erklärte Christoph Klein, Direktor der AK Wien, die Finanzen der AK und macht einmal mehr klar, dass die Arbeiterkammer eben kein Unternehmen ist, nicht gewinnorientiert arbeitet, sondern für das Wohl ihrer Mitglieder da sein muss.

„Wir stehen stabil da“, sagt Klein und meint damit, dass die Bundesarbeiterkammer frei von Schulden ist und so ihre Leistungen, die zunehmen, garantieren kann.

Im konsolidierten Rechnungsabschluss 2020 werden Aktiva und Passiva mit 817 Millionen Euro ausgewiesen. Bei den Erträgen schlagen die Kammerumlagen mit 495 Millionen Euro zu Buche. In ihren Bilanzen weisen die neun Arbeiterkammern gemeinsam ein Bankguthaben von 200 Millionen Euro und Wertpapiere von knapp 140 Millionen Euro aus. Aufgrund der Vorgaben durch die AK-Haushaltsordnung müssen die Gelder mündelsicher veranlagt werden. Dass sei zwar aufgrund des Zinsentiefs nicht lukrativ, aber so bleibe die Kammer „strukturell krisenfest“, weiß Klein.

Dass die Arbeiterkammer seitens der Bundesregierung Druck verspüre, verneinte Klein. Mit dem Wechsel von Türkis-Blau hin zu Türkis-Grün habe sich das Verhältnis zur Regierung verbessert. „Türkis-Grün bindet uns sogar ein, der Dialog findet wieder statt.“


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