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30 Jahre Ötzi-Fund: Wie aus dem Eismann ein Südtiroler wurde

Die damaligen Landeshauptleute Weingartner und Durnwalder erinnern sich an den Grenzstreit um Ötzi.

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Alt-Landeshauptmann Wendelin Weingartner (rechts) und sein Südtiroler Kollege Luis Durnwalder verhandelten in der Frage, wem Ötzi gehört.
© APA

Innsbruck, Bozen – An der Gletscherleiche wurde von Anfang an gerissen, so stark, dass bei den ersten Bergeversuchen die linke Hüfte beschädigt wurde. Auch die Politik nördlich und südlich des Brenners lieferte sich ein Tauziehen um den sensationellen Fund. Vor ein paar Jahren meinte Bergsteiger Reinhold Messner sogar, dass die „Österreicher Ötzi klauen wollten“.

Nordtirols Alt-Landeshauptmann Wendelin Weingartner hat andere Erinnerungen: „Die Carabinieri haben unsere Alpin-Gendarmen gebeten, den Fund zu bergen, weil sie glaubten, dass es nur ein Bergsteiger ist. Mich hat das geärgert: Wir waren gut genug, ihre Arbeit zu machen, aber ein gemeinsames Projekt wollten sie nicht“, sagt der 84-Jährige, der zwischen 1993 und 2002 Tirols Landeshauptmann war, wenige Tage vor dem Jubiläum. Ihm schwebte ein „Haus der Alpen“ am Brenner vor.


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