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„Leibwächter“ im Interview: „Ötzi war nicht der gute Patron“

Ein Rechtsmediziner aus Bayern ist der Leibwächter der Gletschermumie. Oliver Peschel (57) spricht über Ötzis Opferrolle und die Entscheidung, wer ihn anbohren darf.

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Oliver Peschel sprüht Wasser auf Ötzi, damit sich eine Eisschicht bildet.
© Südtiroler Archäologiemuseum

Man nennt Sie u. a. Leibarzt und -wächter von Ötzi: Salopp gefragt, wie geht’s ihm?

Oliver Peschel: Gerade zum Jubiläum machen wir uns Gedanken zu seinem Zustand: Aus meiner Sicht geht es ihm sehr gut. Trotzdem überlegen wir, ob man die Konservierung in absehbarer Zeit neu konzipiert. Es gibt Ideen mit einer Stickstoffatmosphäre, doch die Umsetzung ist im Moment noch sehr schwierig. Und die bisherige Technik mit dem Besprühen mit Wasser zum Auftragen einer Eisschicht ist auf jeden Fall so, dass sie sich bewährt hat – wir simulieren so die Lagerung im Gletscher, und die hat ja 5200 Jahre lang gut funktioniert.

2016 haben Sie Eduard Egarter Vigl als Konservierungsbeauftragten abgelöst. Wie kamen Sie als Rechtsmediziner zu diesem Job? Hat es damit zu tun, dass Sie 1991, als Ötzi entdeckt wurde, zum Thema Totenstarre promoviert haben?


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