Kontrolle oder nicht? Chaos um die Maskenpflicht im Handel

Seit Mittwoch muss die FFP2-Maske wieder mit beim Einkaufen. Das sorgt für Diskussionen, die Ministerin ortet „Falschinformationen“.

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Die Polizei soll stichprobenartig kontrollieren.
© Böhm

Von Anna Haselwanter

Tirol, Wien – In Apotheken, im Lebensmittelhandel und in den Öffis ist die FFP2-Maske nun wieder für alle Pflicht. Für den restlichen Handel wird es aber kompliziert. Dort gilt die Maskenpflicht nur für Ungeimpfte. Wer geimpft oder genesen ist, muss – mit Ausnahme von Wien, wo strengere Regeln gelten – keine tragen. Die Einhaltung der Maskenpflicht soll durch die Polizei kontrolliert werden, die Rolle des Handels war zunächst unklar. Gewerkschaft und Handelsvertreter zeigten sich nämlich über eine etwaige Kontrollpflicht wenig erfreut. „Wir sind keine Hilfssheriffs“, sagte gestern etwa GPA-Gewerkschafterin Anita Palkovich in einem Interview mit Ö1. Der Arbeitsdruck im Handel sei ohnehin hoch, überall werde Personal gesucht, so Palkovich. Insgesamt seien die Regelungen „kaum noch durchschaubar“.

Wirtschaftsministerin Margarete Schrammböck (ÖVP) sieht das anders. Die Regelung sei für alle „klar gewesen“, zumal mit der Wirtschaftskammer auch die offiziellen Vertreter der Handelssparte mit eingebunden gewesen seien. Dass die Kontrolle durch Händler eine „Kann-Bestimmung“ ist, müsse jedem klar sein, der die Verordnung gelesen habe, so die Ministerin, die in der Diskussion „Falschinformationen“ ortet.

Eine Meinung, die man in der Tiroler Wirtschaftskammer teilt: „Wir schließen uns der Auslegung der Ministerin an – und demnach gibt es keine Kontrollpflicht, sondern eine Sorgfaltspflicht, die die Händler einhalten sollen“, sagt Simon Franzoi, Spartengeschäftsführer.

Sprich, man könne aus verschiedenen Maßnahmen auswählen, etwa von Hinweisschildern bis zur Bereitstellung der Masken. „Das tragen die Händler auch mit, so gut sie können“, sagt Franzoi. „Was wir uns aber nicht umhängen lassen, ist eine allgemeine Kontrollpflicht.“ Davon sei von den zuständigen Ministerien aber auch nie die Rede gewesen, vielmehr wurde „viel Staub aufgewirbelt und am eigentlichen Wortlaut vorbeigeredet“, so Franzoi.

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Die Shopping-Center-Betreiber (ACSP) erklärten indes, dass sie sich außerstande sehen, die neue Regelung „in großer Zahl“ zu kontrollieren. „In Österreichs 254 Shopping-Centern verkehren im Durchschnitt etwa 2,3 Millionen Menschen pro Tag“, rechnen sie vor. Es scheint auch hier: Sorgfalt vor Kontrolle.

Doch mit der alleine scheint es am Ende wohl doch nicht getan. Zur stichprobenartigen Kontrolle soll nämlich die Polizei ausrücken. „Das passiert im Rahmen des Streifendienstes oder in Kooperation mit den Gesundheitsbehörden“, schildert ein Sprecher der Tiroler Exekutive. Eine Bilanz des ersten Tages gab es gestern aber nicht, nur so viel: „Wir gehen wie üblich mit Hausverstand und Fingerspitzengefühl an die Sache.“

In der CYTA in Völs sei dies aber gar nicht nötig gewesen: „Der Großteil der Kunden hat Masken getragen, als man nicht musste, die Security hat demnach gestern wenig Grund zur Sorge gehabt“, heißt es auf Nachfrage. Auch aus dem Inntalcenter in Telfs wurde „alles in Ordnung“ vermeldet.


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