Elektrogeräte oft weniger sparsam, als Hersteller sagen

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Mit versteckter Software und anderen Tricks können die Vorgaben zum Verbrauch und zur Leistung von Elektrogeräten umgangen werden.
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Wien – Hersteller können Elektrogeräte umweltfreundlicher wirken lassen, als sie sind. Denn Vorgaben zum Verbrauch und zur Leistung von Elektrogeräten können durch Manipulation umgangen werden. Darauf wies am Mittwoch die Österreichische Energieagentur hin.

„Das ist nicht nur mittels versteckter Software möglich, die die Prüfsituation erkennt und das Gerät automatisch optimiert, sondern auch durch den Missbrauch spezifischer Anweisungen an das Testlabor“, erklärte Christian Praher von Energieagentur.

Praher leitet bei der Energieagentur ein Projekt, das zum Ziel hat, das Umgehen von Standards einzudämmen und eine bessere Marktüberwachung zu schaffen. Es wird von der EU gefördert. Forscher aus acht EU-Mitgliedsstaaten haben dreieinhalb Jahre die Möglichkeiten der Umgehung der gesetzlichen Vorgaben analysiert. Ihr Ziel: Schlupflöcher zur Manipulation rund um EU-Ökodesign und Energielabel so schnell wie möglich zu schließen.

Weil sich Manipulationen von Elektrogeräten mit Standardmessverfahren meist nicht aufdecken lassen, wurden mehrere spezielle Verfahren entwickelt. Vier Labore in Deutschland, Italien, Spanien und den Niederlanden testeten insgesamt 24 gezielt ausgewählte Produkte, wobei sechs der getesteten Modelle ein Verhalten der Umgehung oder an deren Grenze zeigten.

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Würden die Hersteller diese Schlupflöcher sehr breit ausnutzen, kann die erwartbare CO2-Einsparung aufgrund der zu gut deklarierten Effizienz der Geräte jedes Jahr um rund 200.000 Tonnen CO2-Äquivalente geringer ausfallen. Über die gesamte Lebensdauer der Geräte wären das rund 2,4 Mio. Tonnen.

Die Energieagentur warnt außerdem, dass solche Tricks der Hersteller zu einem großen Vertrauensverlust der Konsumenten in die EU-Gesetzgebung zu Ökodesign und Energielabel führen könnte. (wer, APA)


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