EU zahlt bisher 1,6 Milliarden für den Brennerbasistunnel

Für die Bauphase ab 2023 bis zur Fertigstellung 2032 verhandelt die Tunnelgesellschaft mit der EU über weitere 1,5 Milliarden Euro.

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In elf Jahren soll der Brennerbasistunnel in Betrieb gehen, das Tunnelsystem umfasst 230 Kilometer – davon sind 144 bereits ausgebrochen.
© BBT SE

Innsbruck, Brüssel – Die Verzögerungen sind abgehakt, statt 2026 wird der Brennerbasistunnel erst 2032 in Betrieb gehen. Vorausgesetzt, es passiert nichts Unvorhergesehenes mehr. Nach der neuen Bauloseinteilung sowie der Berücksichtigung der effektiven Wertanpassung, wie bisher eingetretenen Preissteigerungen bei den Baumaterialien und der Vorausvalorisierung, wurde jetzt die neue Kostenschätzung abgesegnet. Statt 9,3 Milliarden Euro dürfte der 56 Kilometer lange Tunnel 9,6 Milliarden Euro kosten.

Italien hat eine andere Berechnungsmethode. Dort geht man von Baukosten in Höhe von 8,8 Milliarden Euro aus. „Die unterschiedlichen Berechnungen der Gesamtprojektkosten verdeutlichen, mit welch komplexen Herausforderungen wir bei diesem grenzüberschreitenden Projekt konfrontiert sind“, erklären die beiden Vorstände der Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE, Martin Gradnitzer und Gilberto Cardola. Schlussendlich dürften jedoch die 9,6 Milliarden Euro der Maßstab sein.

Entscheidend für die Finanzierung ist die Beteiligung der EU. Laut BBT SE hat Brüssel in Übereinstimmung mit dem neuen Bauprogramm und den aktualisierten Gesamtkosten für die Umsetzung des Projekts die bisher zugesagten Finanzmittel bis 2023 endgültig genehmigt. Das sind 1,611 Milliarden Euro. Davon hat die Europäische Union bereits 1,095 Milliarden Euro ausgezahlt, der verbleibende Betrag von 516 Millionen Euro ist für laufende bzw. zukünftige Aktivitäten vorgesehen und wird nach Abrechnung der entsprechenden Baukosten ausgezahlt.

Für das Vorzeigeprojekt der Transeuropäischen Netze (TEN) fördert die EU die Planungskosten mit 50, den klassischen Bau mit 40 Prozent. Die BBT SE wird für die Finanzierungsperiode ab 2023 bis zur voraussichtlichen Inbetriebnahme 2032 erneut um die EU-Kofinanzierung ansuchen, um sie weiterhin zu erhalten. Die Förderstellen der EU-Kommission haben erst kürzlich ihre strategische und finanzielle Unterstützung bis zur Fertigstellung des Infrastrukturprojekts zugesagt. Dabei geht es um nicht weniger als 1,5 Milliarden Euro.

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Insgesamt umfasst das Tunnelsystem des Brennerbasistunnels 230 Kilometer, 144 Kilometer wurden bisher ausgebrochen. Im Herbst will die Tunnelgesellschaft mit den Arbeiten für das Baulos „Hochstegen“ beginnen, für den Abschnitt „Sillschlucht-Pfons“ sind die Angebote noch in der Prüfphase. Nach Zuschlagserteilung wird nach wie vor ein Baustart im heurigen Jahr angestrebt. (pn)


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