Proteste in Thailand am Jahrestag des Sturzes von Ex-Premier Thaksin

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Demonstranten in Bangkok am Wochenende.
© JACK TAYLOR

Bangkok – Zahlreiche Demonstranten haben am Sonntag in Thailands Hauptstadt Bangkok an den 15. Jahrestag des Militärputsches gegen den damaligen Regierungschef Thaksin Shinawatra erinnert. "15 Jahre sind vergangen, und wir sind noch immer hier um zu kämpfen", rief der Politiker und langjährige Thaksin-Vertraute Nattawut Saikuar einer Menschenmenge zu.

"Egal wie viele Putsche es gibt - sie können uns nicht stoppen, egal wie gut ihre Panzer sind - sie können den Kampf der Herzen der Menschen nicht stoppen", sagte Nattawut

Mit einem Hupkonzert forderten die Demonstranten zudem den Rücktritt von Regierungschef Prayut Chan-O-cha, einem Ex-Armeechef, der beim Putsch von 2014 an die Macht gekommen war. Durch umstrittene Wahlen ließ er sich 2019 im Amt bestätigen. "Werft Prayut raus" war auf Flaggen in der Menge zu lesen.

Seit dem Ende der absoluten Monarchie in Thailand im Jahr 1932 hat die Armee in dem südostasiatischen Land mehr als ein Dutzend Mal geputscht. Thaksin war 2001 mit Unterstützung der sogenannten Rothemden an die Macht gekommen und am 19. September 2006 gestürzt worden.

Seit Jahren zwei Lager in Thailand

Thailand ist seit Jahren in zwei Lager gespalten: Die Rothemden sind Anhänger von Thaksin und seiner 2014 gestürzten Schwester Yingluck. Die Gelbhemden sind Unterstützer der konservativen und königstreuen Elite, die wiederum von Armee und Justiz gestützt wird.

Großer Unmut herrscht in großen Teilen der Bevölkerung über den Umgang der gegenwärtigen Regierung mit der Corona-Pandemie. Thailand hat über 1,2 Millionen Infektionen und über 12.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren gemeldet, die meisten davon seit April aufgrund der Delta-Variante. Die Behörden meldeten Mitte August mit über 23.000 Fällen den größten Anstieg der Fälle an einem Tag.

Die Corona-Krise hat auch desaströse Auswirkungen auf die Wirtschaft, zumal der wichtige Tourismus-Sektor praktisch zum Stillstand gekommen ist. (APA/AFP)


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