Hörl: Mehrtages-Skipässe nur für Geimpfte und Genesene denkbar

Skifahrer müssen heuer beim Kauf der Skikarte ein "3-G"-Nachweis vorlegen und in der Gondel gilt FFP2-Maskenpflicht. Auch für Apres-Ski soll es strengere Regeln gelten ‒ das hat die Regierung am Montag angekündigt. Seilbahnsprecher Franz Hörl zeigte sich zufrieden und verwies auf "weitere Gespräche" zu Detailfragen.

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Seilbahnsprecher Franz Hörl
© Thomas Böhm

Innsbruck ‒ ÖVP-Nationalrat und Seilbahnsprecher Franz Hörl hält es "durchaus für denkbar", dass diesen Winter nur Geimpfte und Genesene Mehrtagespässe und Saisonkarten erwerben könnten. Schließlich sei der "Zutritt an die Immunität" geknüpft, meinte er ‒ und dies werde über den Kartenverkauf kontrolliert. Hier stünden weitere Gespräche an.

Mit der von der Regierung präsentierten Tourismusstrategie zeigte sich Hörl "zufrieden", ein klarer Fahrplan sei "enorm wichtig".

"Sichere Saison ohne Unterbrechung" als Ziel

Das gemeinsame Ziel von Tourismuswirtschaft und Regierung sei schließlich eine "sichere Saison ohne Unterbrechung". Tourismusministerin Elisabeth Köstinger hatte in der Pressekonferenz am Montagvormittag angekündigt, dass in Seilbahnen sowohl die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet), sowie eine FFP2-Maskenpflicht für alle gelten soll. Dafür gebe es zwar "sachlich keinen Grund", merkte Hörl an, schließlich habe selbst die AGES bestätigt, dass es zu keinen Clusterbildungen gekommen sei.

Man trage das Ergebnis aber selbstverständlich mit. Das grundsätzliche Ziel, ohne geschlossene Grenzen und eingeschränkten Reiseverkehr durch die Saison zu kommen, habe dabei oberste Priorität.

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📽️ Video | Wintertourismus nur mit FFP2-Maske und 3G-Nachweis

Hörl hatte sich in der Vergangenheit gegen eine 1G-, 2G- oder 3G-Regel für Skigäste ausgesprochen - er hielt diese für "schwer umsetzbar". Nun verwies er auf die Wichtigkeit "einheitlicher Regeln im gesamten Alpenraum". Der Wintersport müsse "das gemeinsame Gesicht wahren".

In Bayern wurde eine ähnliche Regel bereits verordnet, auch in Südtirol, Italien und Frankreich zeichneten sich Maßnahmen ab, die mit den Vorschlägen der österreichischen Regierung in Einklang stünden, erklärte der ÖVP-Politiker und Obmann des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer.

Detailfragen noch zu klären

Ende August hatte Hörl außerdem kritisiert, dass es am notwendigen Personal für 3G-Kontrollen fehle: "Bei einem normalen Skilift wären dann drei Zeltfeste zu kontrollieren", meinte er damals. Laut der am Montag präsentierten Tourismusstrategie soll die Immunitäts-Kontrolle im Zuge des Ticketverkaufs erfolgen. "Ich stelle mir das so vor: Jemand, der geimpft ist, kann das breite Sortiment an Tickets genießen, ein Getesteter möglicherweise nur einen Ein- oder Zwei-Tages-Pass", so Hörl.

"In diese Richtung" werde es möglicherweise gehen. Bei der Präsentation habe es sich um eine "Punktation" gehandelt, gab der Seilbahn-Obmann zu bedenken, es seien noch Detailfragen zu klären. Die Seilbahnwirtschaft hätte der Regierung jedenfalls einen Vorschlag unterbreitet, in Person des Tiroler Landeshauptmanns Günther Platter (ÖVP) sah Hörl seine Interessen gut vertreten.

"Sorge" wegen Testinfrastruktur in Tourismusregionen

"Sorge" bereite ihm der Umstand, dass man für eine 3G-Regel in den Wintersportregionen "die Testinfrastruktur wieder hinauffahren" müsse. Vorerst sollten diese noch kostenlos angeboten werden, fand der Tiroler Wirtschaftsbundobmann. Mittelfristig sei er - als Politiker, wie er betonte - schon der Meinung, dass die Tests etwas kosten sollten. Die Impfbereitschaft müsse steigen, erklärte er.

Wenn ‒ wie von Ministerin Köstinger angekündigt ‒ ab Stufe 3 beim Testen nur noch ein PCR-Test akzeptiert wird, käme das einem 2G gleich, sagte Hörl. Denn ein flächendeckendes Testangebot in den Tälern sei "kaum möglich", außerdem dauere die Auswertung der PCR-Tests zu lange.

Details seien auch in puncto Onlineverkauf noch zu klären. Hier stoße man etwa auch an "rechtliche Grenzen, was etwa den Datenschutz angeht", führte Hörl einen weiteren Aspekt an. Wichtig sei jedenfalls, dass die Maßnahmen "praxisbezogen und leistbar" sind, meinte Hörl abschließend.

Österreich Werbung begrüßt klaren Regeln

Erfreut zeigte sich auch die Österreich Werbung. "Ein nochmaliger Ausfall der Wintersaison ist undenkbar. Die präsentierten Maßnahmen schaffen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Wintersaison“, sagte Lisa Weddig, Geschäftsführerin der Österreich Werbung.

"Wir sehen derzeit eine erfreuliche Nachfrageentwicklung auf unseren wichtigsten Herkunftsmärkten.“ Die Österreich Werbung will die Maßnahmen über ihre 21 Marktbüros an die potenziellen Gäste kommunizieren. Wichtig seien nicht nur klare Regeln, auch deren Einhaltung. "Die Kontrollen der 3-G- bzw. je nach Situation 2-G-Nachweise dienen der Sicherheit der Gäste wie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so Weddig. (TT.com, APA)


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