USA schieben Menschen aus riesigem Migrantencamp in Del Rio ab

In den vergangenen Tagen hatten sich Tausende Migranten unter der Brücke, die über den Rio Grande führt, versammelt. In den kommenden 24 Stunden sollen bis zu 3000 Menschen an andere Orte verlegt werde.

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Tausende Migranten am Ufer des Rio Grande.
© PAUL RATJE

Del Rio – Angesichts Tausender Migranten in der US-Grenzstadt Del Rio wollen die USA die Menschen schnell und in großer Zahl außer Landes bringen. In den kommenden 24 Stunden sollten bis zu 3000 Menschen an andere Orte verlegt werden, kündigte der Leiter der US-Grenzpatrouille, Raul Ortiz, am Sonntagnachmittag (Ortszeit) an. Von dort aus werden die meisten von ihnen mit Flugzeugen in ihre Heimatländer zurückgebracht – die Mehrheit der Migranten stammt aus dem Karibikstaat Haiti.

US-Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas wollte sich am Montag ein Bild von der Lage in Del Rio machen. Für die Regierung von US-Präsident Joe Biden steigt der innenpolitische Druck angesichts des rapide angewachsenen Migranten-Lagers. Die Menschen sollen schneller in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden.

In den vergangenen Tagen hatten sich Tausende Migranten unter der Brücke, die über den Rio Grande führt, versammelt. Der Bürgermeister der Stadt sprach am Samstag von mehr als 14.500 Menschen. Am Sonntag waren es Berichten nach immer noch deutlich mehr als 10.000. Sie harren dort in provisorischen Zelten aus und hausen unter menschenunwürdigen Bedingungen. Wenn Migranten ankommen, gäben ihnen die Grenzschutzbeamten ein nummeriertes Ticket, berichtete die Zeitung Texas Tribune. Dann müssten sie darauf warten, dass ihre Nummer aufgerufen werde.

Auslöser für den Andrang unklar

Ortiz von US-Grenzpatrouille sagte, dass seit Sonntag keine neuen Migranten an dieser Stelle den Fluss überquert hätten. Gleichzeitig wurden Hunderte Grenzbeamte in die Region geschickt, um mit dem Ansturm fertig zu werden. Ortiz zufolge hat es auch 2019 einen großen Ansturm gegeben. "Es war nur nicht das gleiche Ausmaß wie in den vergangenen vier oder fünf Tagen", sagte er. Die Migranten hätten wiederum von anderen gehört, dass sich an der Stelle rund um die Brücke die Grenze gut überqueren lasse. Was aber genau den riesengroßen Andrang ausgelöst hat, blieb offen.

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Ortiz richtete eine eindeutige Botschaft an Menschen, die versuchen, über die Grenze in die USA zu kommen: "Sie werden weggebracht und in ihr Herkunftsland zurückgeschickt, wie es unser geltendes Recht vorsieht." Man arbeite mit Herkunfts- und Transitländern zusammen. Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Vorgehen der US-Regierung scharf.

Haitianer kommen seit etlichen Jahren über Südamerika in die USA. Viele von sind nach dem verheerenden Erdbeben 2010 aus dem Land geflüchtet. Erst Mitte August bebte die Erde dort wieder heftig, mehr als 2.000 Menschen starben. In dem Karibikstaat herrschen Chaos und Bandengewalt. Im Juli wurde der Präsident Jovenel Moïse in seiner Residenz bei Port-au-Prince erschossen. (APA/dpa)


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