Innsbrucker Leokino ausgezeichnet: Das kulturelle Wissen lebendig halten

Das Innsbrucker Leokino erhielt für seinen Schwerpunkt auf Filmbildung einen der heuer erstmals vergebenen Österreichischen Kinopreise.

  • Artikel
  • Diskussion
Archivfoto.
© Leokino

Wien – Die Kinobranche befand sich schon lange vor den pandemiebedingten Zwangspausen der vergangenen Monate im Umbruch. Die Digitalisierung der Lichtspielsäle war das eine, die der Vertriebswege von Filmen das andere. Mit den Streamingplattformen entstand neue Konkurrenz. Das Nutzungsverhalten von KinogängerInnen veränderte sich. Die Vermittlung, dass Kino nicht nur kurzzeitige Bespaßung, sondern auch ein gewachsener Kulturraum ist, gewann an Bedeutung.

Leokino-Programmleiterin Tanja Helm.
© De Moor

Um den Kinos in dieser bedrohlichen Zeit unter die Arme zu greifen, hat das Kulturministerium im Frühjahr den Österreichischen Kinopreis ausgeschrieben. Gestern wurden die Auszeichnungen in der Wiener Urania erstmals vergeben. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an das Salzburger Programmkino „Das Kino“. Es wurde für seine „engagierte, vielfältige Programmarbeit“ gewürdigt.

Mit dem Förderpreis in Höhe von 5000 Euro wurde das Innsbrucker Leokino ausgezeichnet. Dieses halte „in einer Zeit, in der Innovation vor allem technologisch begriffen wird, mit seinem Gewicht auf Filmbildung das kulturelle Wissen lebendig“, heißt es in der Begründung der Jury, der u. a. die frühere TT-Redakteurin Evelin Stark angehörte. Die Auszeichnung wurde von Tanja Helm, seit einem Jahr künstlerische Leiterin von Leokino und Cinematograph, entgegengenommen.

Ein zweiter Förderpreis ging an das Wiener Gartenbaukino und dessen im Zuge der Generalsanierung forcierten Fokus auf ökologisch nachhaltiges Wirtschaften.

Die mit 3000 Euro dotierten Anerkennungspreise gingen an das Admiral Kino Wien, das Grazer Filmzentrum im Rechbauerkino, das Stadtkino im Grein, die Stadtlichtspiele Retz und das Volkskino in Klagenfurt. (jole)


Kommentieren


Schlagworte