Profi-Einbrecher kassierte bei Prozess in Innsbruck viereinhalb Jahre Haft

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© APA\/HERBERT PFARRHOFER

Innsbruck – Bis zu zehn Jahre Haft drohten am Landesgericht einem in Südtirol wohnhaften Kosovaren für schweren gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahl. Nach Gewaltdelikten in früheren Jahren war es um den 40-Jährigen ruhig geworden – als Autohändler hatte er scheinbar ein bürgerliches Leben geführt. Nach seiner Auslieferung am Brenner hatte der zweitägige Strafprozess allerdings anderes ergeben. So hatte der Kosovare ein Doppelleben geführt.

Nach Einbruchsversuchen in Einfamilienhäuser in Götzens wurden die Ermittler über DNA-Funde erstmals auf den Wahlsüdtiroler aufmerksam. Später tauchte dessen DNA auch an Tatorten in der Schweiz und in Frankreich auf. Letzten Oktober verrieten dann Mautdaten, dass der 40-Jährige wohl diesmal in Längenfeld zugeschlagen hatte. Dort war in einen Supermarkt auf hochprofessionelle Weise eingebrochen worden. Beute: 31.190 Euro.

Laut Staatsanwalt Johann Frischmann hatten die Täter die Alarmanlage innerhalb der möglichen 30 Sekunden deaktiviert und zugleich den Alarm an der Laderampe stillgelegt: „Das geht nur mit Vorkenntnissen, hier waren absolute Profis am Werk!“

Die verrechnete Maut erklärte der Autohändler damit, dass er just an diesem Tag seinen Porsche an jemanden verkauft und übergeben hatte. Dass er später in Richtung Inntalautobahn fahrend gesehen worden war, erklärte er mit der Überstellung eines Pkw nach Deutschland. Nicht nachvollziehbar für die Kripo, die einen zehnstündigen Aufenthalt im Ötztal errechnet hatte.

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Der Schöffensenat unter Richterin Sabine Krainer zählte Beweise sowie Indizien zusammen und verhängte nicht rechtskräftig viereinhalb Jahre Haft: „Sie haben das Know-how und handelten als hochprofessioneller Kriminaltourist. Keine Tatortspuren durch Ausschütten von Getränken, solche Leute wie Sie nehmen auch kein Handy mit“, begründete die Richterin den Schuldspruch. Und fügte in Richtung Familie des Verurteilten hinzu: „In Österreich billigen wir keinen Kriminaltourismus!“ (fell)


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