Masken-Kritik im Tiroler Handel: „Zwei Klassen“

Die generelle FFP2-Maskenpflicht für Mitarbeiter und Kunden ärgert Tirols Lebensmittelhandel.

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Im Lebensmittelhandel gibt es weder für geimpfte Beschäftigte noch für Kunden Erleichterungen, ganz im Gegenteil.
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Innsbruck – Auch während aller Lockdowns waren die Lebensmittelgeschäfte neben Apotheken, Drogeriemärkten, Post, Banken, Konditoreien, Bäckereien, Metzgereien und Tankstellen geöffnet. „Damals gab es Applaus gerade auch vonseiten der Politik, dass damals die Versorgung durchgehend aufrechterhalten wurde. Umso schneller wurde dann auf die Helden vergessen, eher werden wir wie Sündenböcke behandelt“, ärgert sich der Obmann des Tiroler Lebensmittelhandels, Stefan Mair.

Im Gegensatz zu anderen Handelsbereichen wurde die Maskenpflicht für Mitarbeiter und Kunden nie abgeschafft – es gab wechselweise Mund-Nasen-Schutz, dann FFP2, dann wieder MNS und seit Kurzem erneut eine FFP2-Maskenpflicht. Laut Mair ist diese Zweiklassenbehandlung im Handel völlig unverständlich. Die Regelungen seien weder transparent noch verständlich.

Viele Kunden würden sich angesichts der ständigen Änderungen der Vorschriften und den Ungleichbehandlungen je nach Handelssparte nicht mehr auskennen.

Auch während aller Corona-Wellen habe es in den Lebensmittelläden praktisch keine Cluster gegeben. Das ständige Arbeiten mit FFP2-Masken sei für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (allein 20.000 in Tirol) trotz der vereinbarten Pausen sehr anstrengend. Für Mair ist es auch überhaupt nicht nachvollziehbar, wieso vollständig geimpfte Beschäftigte trotzdem gezwungen sind, den ganzen Tag FFP2-Masken zu tragen. Die Impfquote unter den Beschäftigten sei überdurchschnittlich hoch. „Außerdem ist die allfällige Kontaktdauer unserer Mitarbeiter mit Kunden meistens sehr kurz, jedenfalls auch weit kürzer als in anderen, beratungsintensiveren Handelssparten.“

Ganz allgemein sei die Masken-Tragemoral bei den Kunden sehr hoch. Mit Verweigerern gebe es aber leider auch immer wieder Probleme. (va)


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