Regierung und Sozialpartner offen für 3-G-Regelung in der Arbeit

Ministerin Elisabeth Köstinger und Grüne Klubobfrau Sigrid Maurer verweisen auf die Sozialpartner, ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian spielt den Ball zurück. In den Konzernen wird derzeit noch durchaus unterschiedlich vorgegangen.

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Die Grüne Klubobfrau Sigrid Maurer und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sprachen sich für die Einführung einer 3G-Rgel aus.
© ANDY WENZEL

Wien – Nach dem Gesundheitsministerium haben sich am Mittwoch auch Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und die Grüne Klubobfrau Sigrid Maurer für eine Einführung einer 3-G-Regel am Arbeitsplatz ausgesprochen. Beide verwiesen dabei auf die Sozialpartner, diese wiederum auf die Regierung. In den Konzernen wird derzeit noch durchaus unterschiedlich vorgegangen.

Die Spitze der Industriellenvereinigung (IV) bezeichnete eine 3-G-Regelung für die Betriebe am Mittwoch als eine "Möglichkeit", die aber keine zusätzliche Bürokratie für die Unternehmen bringen dürfe, wie IV-Präsident Georg Knill in einem Pressegespräch betonte. Wichtig sei es, in Summe die Impfquote zu erhöhen. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian zeigte sich heute im "Ö1-Mittagsjournal" ebenfalls offen für eine Regelung. Zuständig sei allerdings die Regierung, es gebe keine Verhandlungen mit den Sozialpartnern, sondern Gespräche auf Expertenebene.

📽️ Video | Debatte um 3-G-Regel in der Arbeit

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), derzeit Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, plädierte indes am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der schwarz-grünen Regierungsklausur in Ehrwald für eine "gemeinsame Vorgehensweise" und eine einheitliche Entscheidung auf Bundesebene. Die wichtigste Lehre aus der Pandemie sei es, Maßnahmen "so einfach wie möglich" zu halten, so Platter.

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Unternehmen mit unterschiedlichen Ansätzen

Und wie halten es die Firmen jetzt schon? Durchaus unterschiedlich. Bei der Österreichischen Post herrscht 2G, ansonsten müssen die Postler eine FFP2-Maske nützen. "Drei" setzt auf eine eigens entwickelte App, mit der die Mitarbeiter schon am Eingang 3G nachweisen müssen - andernfalls gibt es keinen Zutritt. Dies funktioniere sehr gut und werde auch problemlos von den Mitarbeitern angenommen, so Sprecherin Petra Jakob.

Beim ÖAMTC gilt eine FFP2-Maskenpflicht bzw. die 3G-Regelung im gesamten Gebäude. "Wer auf die FFP2-Maske verzichten möchte, ist gebeten, einen aktuellen 3-G-Nachweis vorzulegen. Es wird empfohlen, zusätzlich zu 3-G eine FFP2-Maske zu tragen, wenn es sinnvoll ist - zum Beispiel längere Meetings, geringerer Abstand. Aktuell werden externe Gäste des Mobilitätszentrums ebenfalls um einen 3-G-Nachweis gebeten", so Herwig Kummer, Leiter Personalmanagement beim Club.

Beim umsatzstärksten Unternehmen Österreichs, dem VW-Importeur Porsche Holding, geht man einen Mittelweg, erklärte Sprecher Hermann Prax. Bei Besprechungen und Veranstaltungen gelte die 3-G-Regel, ansonsten vertraut man auf ein Paket aus Maßnahmen, von Testen bis Abstand.

Bei der Telekom Austria gilt die 3-G-Regel. Bei der Österreichischen Gesundheitskasse meinte Sprecherin Marie-Theres Egyed: "Wir nehmen die Pandemie sehr ernst, der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist uns sehr wichtig, deswegen werden die Schutzmaßnahmen laufend an das Infektionsgeschehen angepasst."

Vorbild für etwaige 3-G-Maßnahme ist Italien. Dort wurde vergangene Woche die Einführung von "3 G" am Arbeitsplatz ab dem 15. Oktober beschlossen. Allerdings gibt es dagegen regierungsinternen Widerstand. Am 3. und 4. Oktober finden in 1.300 italienischen Gemeinden Wahlen statt, darunter in den Großstädten Rom, Mailand, Neapel, Turin und Bologna. (TT.com, APA)


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