Mobile Jugendarbeit: Brückenbauer sind in Imst im Einsatz

Die „Moja“ – mobile Jugendarbeit – startet mit Sara Wilhelm und Massimo Bertagnolli neu durch.

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Massimo (l.) und Sara (r.) sind bei der Imster Demokratiewoche bereits voll im Siebdruck-Workshop eingeteilt.
© Parth

Von Thomas Parth

Imst – Schon vor etwa zehn Jahren hatte sich Ines Haid mobil um die Anliegen der Imster Jugend gekümmert. Nun, nach allen geklärten (Finanzierungs-)Fragen, ist die Moja (mobile Jugendarbeit) wieder in Imst aktiv.

Der Erziehungswissenschafter Massimo Bertagnolli sowie die Lehrerin und Sozialpädagogin Sara Wilhelm treten im Team an, um Brücken zu bauen, wie sie selbst sagen. Dabei gehe es in erster Linie um eine Wertschätzung den Kindern und Jugendlichen gegenüber. Diese hätten leider allzu oft mit Vorurteilen zu kämpfen. „Auch Kinder und Jugendliche sind Teil des öffentlichen Raums und sie benötigen entsprechend Platz“, heben die beiden hervor.

Dass ein Mann und eine Frau jetzt in Imst die Moja auf neue Beine stellen, hat durchaus seine Begründung. „Mit dem Jugendzentrum haben wir eine stationäre Anlaufstelle für die Kids in Imst“, schildert Wilhelm: „Ein Prinzip der Moja ist, ein möglichst offenes, niederschwelliges und barrierefreies Angebot zu liefern. Am besten dort, wo sich die Kinder und Jugendlichen aufhalten. Wir gehen zu den Kids.“ Einer dieser „Hotspots“ ist der Imster Postplatz, wo tagtäglich alle Schulbusse halten oder abfahren und wo Schüler teilweise ihre Mittagspause verbringen. „Den Begriff Hotspot mag ich gar nicht. Aber er umschreibt das Gefühl der Eltern, die ihre Kinder nicht sicher wissen. Genau diese Sicherheit wollen wir Eltern, Schülern und Lehrkräften sowie der Imster Bevölkerung wieder zurückgeben“, steckt Wilhelm eines der Moja-Ziele ab.

Outdooraktivitäten, Workshops oder Veranstaltungsreihen zusammen mit dem Jugendzentrum, wie die „Demokratiewoche“, sollen der Imster Jugend aktuelle Themen näherbringen. „Was braucht es, damit eine Gesellschaft gut zusammen wachsen kann?“, diese und weitere Fragen Richtung „Alltagsrassismus“ oder „Femizide“ und „Sexismus“ brennen nicht allein den Jugendlichen unter den Nägeln.

„Unser Vorteil ist die gute Vernetzung von der Kultur über die Schulsozialarbeit und die Lehrer bis hin zu Politik und Stadtpolizei“, zeigen die beiden Profis auf. In den ersten Wochen ihrer Tätigkeit in Imst wird die Ist-Situation evaluiert. Wann und wo ist der Bedarf nach Unterstützung am größten? Wo spielt sich das jugendliche Leben in der Bezirkshauptstadt ab?

„Es braucht ein Miteinander der Generationen, gegenseitiges Verständnis, aber auch eine Basis für einen gemeinsamen Dialog“, weiß Wilhelm, worauf es ankommt: „Durchs Reden kommen die Leut zamm!“

Die Imster Gemeinderäte scheinen ähnlicher Meinung zu sein. Sie haben nicht nur Mittel für die vom Land stark geförderte Moja bereitgestellt, sondern auch für die Anmietung eines Büros im Sautter-Haus. Vier Arbeitsplätze für Museum, Galerie und Moja könnten in der Schustergasse, zwischen Stadt- und Postplatz, entstehen.


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