Corona-Lage in Tirol: Heuer Zuversicht, vor einem Jahr setzte Schockstarre ein

Die Corona-Ampel in Tirol ist wieder gelb, das Infektionsgeschehen stabil. Im Gegensatz zu 2020: Damals erfolgten Ende September die Reisewarnungen.

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Dass soll sich heuer nicht mehr wiederholen: Nach den Reisewarnungen im September reisten die Gäste scharenweise aus Tirol ab.
© Böhm

Innsbruck, Wien – In Tirol herrscht wieder ein mittleres Ansteckungsrisiko – das hat die Ampelkommission gestern festgestellt. Damit blinkt die Corona-Ampel in Tirol und im Burgenland gelb. Überhaupt kommt die Corona-Ampel wieder ohne Rot (hohe Infektionsgefahr) aus. Salzburg ist wegen fallender Zahlen in den Bereich des hohen Risikos, also Orange, aufgerückt.

Das Burgenland, Tirol und Kärnten weisen als einzige Bundesländer derzeit eine Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100 Infizierten pro 100.000 Einwohner auf. Die Entwicklung im Land ist stabil, wie auch das wöchentliche SARS-CoV-2-Abwassermonitoring zeigt. Wie das Land am Donnerstag mitgeteilt hat, lässt sich für die vergangene Woche sogar eine insgesamt tendenziell abnehmende Belastung erkennen: Die Zahl der Personen, die SARS-CoV-2-Viren ausscheiden, schwankte den Sommer über eher geringfügig. Höhere Werte traten allerdings von Mitte August bis Mitte September auf. In den letzten Wochen sanken die Belastungen wieder etwa auf jenes Niveau, das zuletzt in der ersten Hälfte des August gegeben war.

Leicht gesunken ist die Anzahl der Spitalspatienten. Augenblicklich müssen 54 Corona-Erkrankte in den heimischen Krankenhäusern behandelt werden, davon dreizehn auf den Intensivstationen. Gestern wurden 107 Neuinfektionen verzeichnet, österreichweit waren es 1707. Das sind fast 500 positive Tests weniger als vor einer Woche.

„Infektionszahlen und Intensiv-Auslastungen entwickeln sich deutlich besser als prognostiziert“, ist Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) vorsichtig optimistisch. „Das sind erfreuliche Fortschritte im Kampf gegen diese Pandemie, jetzt ist wichtig, dass die Impfrate in allen Bundesländern noch spürbar steigt, damit sich diese positive Entwicklung fortsetzt.“

Vor allem im Tourismus greift im Gegensatz zum Vorjahr Zuversicht um sich. Schließlich begann exakt vor einem Jahr der Reigen der Reisewarnungen. Als Erstes rieten die Niederlande von Reisen nach Innsbruck ab, Belgien verhängte hingegen am 23. September 2020 eine Reisewarnung für ganz Tirol. Mit Herbstbeginn kehrte im Land die ganze Wucht der Pandemie zurück.

Am 25. September dann Schockstarre: Deutschland setzte nach Wien und Vorarlberg auch Tirol auf die rote Liste, die deutschen Gäste reisten ab. Damals gab es allerdings noch keine Impfung. Zum Vergleich: Vor einem Jahr betrug die Sieben-Tage-Inzidenz in Tirol 55. (pn)


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