Entgeltliche Einschaltung

Lebenslanges Wohnrecht als Vorsorgeinstrument

Soll über den eigenen Grundbesitz zu Lebzeiten verfügt werden, ohne die Möglichkeit der Eigennutzung zu verlieren, empfiehlt sich laut Rechtsanwalt Harald Lajlar ein Wohnrecht.

Vor allem bei unentgeltlichen Übertragungen von Wohnungen und Häusern in der Familie spielt das lebenslange Wohnrecht eine bedeutende Rolle.
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Welchen Nutzen hat ein Wohnrecht?

Harald Lajlar: Primär werden Wohnrechte bei unentgeltlichen Übertragungen von Wohnungen oder Häusern in der Familie vereinbart. Aber auch ein Verkauf des Objekts, z. B. an Bauträger, ist möglich, wobei das Wohnrecht dann den Kaufpreis reduziert. In beiden Fällen werden die Eigentumsverhältnisse noch zu Lebzeiten neu geregelt, der Begünstigte kann das von ihm übergebene Objekt aber noch weiter nutzen.

Wer kann durch ein Wohnrecht begünstigt werden?

Lajlar: Grundsätzlich jeder, in der Praxis ist es fast immer der Übergeber samt Ehepartner. Das Wohnrecht kann auch auf andere Personen ausgedehnt werden oder kann eine solche Ausdehnung ausdrücklich untersagt werden.

Wie wirkt das Wohnrecht?

Lajlar: Das im Grundbuch eingetragene Wohnrecht gilt gegenüber jedermann, auch zukünftigen Eigentümern. Der Begünstigte muss das Wohnrecht aber höchstpersönlich ausüben und kann es nicht auf eine andere Person übertragen. Das Objekt darf daher auch nicht vermietet werden.

Was muss geregelt werden?

Lajlar: Es muss möglichst exakt beschrieben werden, an welchen Räumen das Wohnrecht bestehen soll (es können z. B. auch nur Teile eines Hauses betroffen sein), wer das Wohnrecht für wie lange erhält und ob die Einräumung entgeltlich oder unentgeltlich erfolgt.

Wer zahlt für die Erhaltung?

Lajlar: Solange vertraglich nichts anderes geregelt ist, treffen die Kosten der Erhaltung und Instandhaltung den (neuen) Eigentümer und nicht den Begünstigten. Abweichende Vereinbarungen sind möglich und, mit Blick auf den konkreten baulichen Zustand des Objekts, auch anzuraten.

Wann erlischt ein Wohnrecht?

Lajlar: Das befristete Wohnrecht erlischt mit Ablauf der vereinbarten Dauer, das lebenslange Wohnrecht mit dem Ableben des/aller Begünstigten. Der Begünstigte kann auch jederzeit vertraglich auf sein Wohnrecht verzichten. Wird das Wohnrecht 30 Jahre lang nicht ausgeübt, erlischt es ebenso. Der Sonderfall, dass der Begünstigte in ein Pflege-/Altersheim übersiedelt, sollte vertraglich geregelt werden.


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