Lindt & Sprüngli legt Italien-Töchter zusammen und baut Stellen ab

Die Lindt & Sprüngli SpA und die Caffarel SpA würden per Anfang 2022 "im Wege einer Fusion im Aufnahmeverfahren integriert", teilte das Unternehmen am Freitag mit.

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Lindor-Kugeln in der Produktion der Schokoladenfabrik Lindt & Spruengli, aufgenommen am 10. März 2010 in Kilchberg.
© MARTIN RUETSCHI

Kilchberg – Der Schweizer Schokoladenkonzern Lindt & Sprüngli legt seine beiden italienischen Tochtergesellschaften zusammen. Damit sollen Synergien zwischen den beiden Unternehmen geschaffen werden, ohne dabei die lokale Dimension zu verlieren. Dabei gehen aber auch Stellen verloren.

Die Lindt & Sprüngli SpA und die Caffarel SpA würden per Anfang 2022 "im Wege einer Fusion im Aufnahmeverfahren integriert", teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Zusammenschluss solle die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen stärken. Dabei würden einige Prozesse integriert und andere blieben getrennt, um die Qualität und den Innovationsplan zu sichern.

Die Operation ziele darauf ab, stärkere Synergien zwischen den beiden Organisationen aufzubauen, sie im Rahmen einer einheitlichen Geschäfts- und Industriestrategie zu verbessern und gleichzeitig ihre Besonderheiten und ihre lokale Dimension zu bewahren. Der Produktionsstandort Luserna San Giovanni in der Nähe von Turin behalte dabei seine Bedeutung für die Gruppe. Dort soll auch weiterhin investiert werden.

Schwierige Lage bei Caffarel als Begründung

Die Notwendigkeit des Zusammenschlusses begründet Lindt & Sprüngli mit der schwierigen Lage bei Caffarel: Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen die Caffarel SpA in den letzten Jahren auch angesichts der jüngsten Pandemie konfrontiert gewesen sei, sei die Fusion die beste Lösung. So sollen die Kontinuität des Geschäfts sowie eine solidere Zukunft für die Beschäftigten gewährleistet werden.

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Zu einem Stellenabbau kommt es trotzdem. Zu Beginn seien 90 Kündigungen gesprochen worden, sowohl in der Verwaltung als auch in der Produktion, erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. "Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationen werden die Verhandlungen mit allen betroffenen Mitarbeitenden und Parteien geführt, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen", fügte sie an. Und die Konsultationen mit den Gewerkschaften seien im Gang.

Es sei zudem wichtig zu betonen, dass der Zusammenschluss es ermögliche, das Werk in Luserna zu erhalten, und dass alle Büros, die mit der Produktion verbunden seien, in Luserna blieben. Für die Funktionen, die verlagert werden sollen, werde nun ein geeigneter Zeitplan festgelegt.

Weitere Kündigungen zu erwarten

Es dürfte indes zu weiteren Kündigungen kommen: "Die Integration von Caffarel in die Lindt & Sprüngli SpA sowie die gute Akzeptanz des Programms zur freiwilligen Entlassung ermöglichen es uns aber, die Zahl der künftigen Entlassungen weiter zu senken", meinte die Sprecherin weiter. Die Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeiter sollen aber abgemildert und die Beschäftigung der übrigen Angestellten langfristig gesichert werden.

Die Sprecherin bezifferte die Gesamtzahl der Mitarbeiter bei Caffarel auf über 300 und bei Lindt & Sprüngli SpA auf über 1.000. Zu den Kosten dieser Reorganisation konnte sie keine Auskunft geben. (APA/awp/sda)


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