15 Osttiroler Gemeinden investierten 21 Millionen Euro in Datennetz

Lichtwellenleiter verbinden nun alle Gemeinden des Planungsverbandes 36 Lienz und Umgebung miteinander und mit den Nachbarregionen.

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Die fünfzehn Gemeinden des Planungsverbandes 36 Lienz und Umgebung feierten mit Landesrat Johannes Tratter (7. v. l.) die Fertigstellung der Hauptleitungen des Lichtwellenleiter-Regionets.
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Von Christoph Blassnig

Lienz – Vor zehn Jahren ergab eine Erhebung des Landes zur Verfügbarkeit von Breitband-Internet mit 100 Megabit, dass zwar in der Inntalfurche und einigen Nordtirol-Talschaften solche Anschlüsse verfügbar waren – ganz Osttirol war aber ein weißer Fleck auf der Landkarte. In den vergangenen acht Jahren hat sich der Planungsverband 36 Lienz und Umgebung (PV 36) zum Vorreiter in Tirol entwickelt, wie auch ein ähnliches Projekt im Zillertal. In den meisten der fünfzehn Gemeinden des PV 36 sind bereits flächendeckend Internetanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von aktuell einem Gigabit verfügbar (und zwar in beide Richtungen). Und weil die gemeindeeigene Investition in eine Netzinfrastruktur auf der Basis von Lichtwellenleitern erfolgte, sind künftige Geschwindigkeitssteigerungen problemlos möglich. Alle paar Jahre verdoppelten sich bisher die Anschlusswerte – bei in etwa gleichbleibenden monatlichen Kosten. Das Lichtwellenleiternetz wurde „RegioNet“ getauft, dabei handelt es sich um eine geschützte Wort- und Bildmarke, die in Zukunft in ganz Osttirol zur Anwendung kommen soll.

Staatliche Investitionen in die Telekom-Infrastruktur seien in Österreich, wie auch in anderen europäischen Ländern, keine zu erwarten, Unternehmen scheuen die Kosten der Erschließung auf dem Land im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte. „Es war daher richtig, auf unsere eigene Schaffenskraft zu vertrauen“, erklärte Josef Mair, der Obmann des Planungsverbandes, bei einem Festakt mit LR Johannes Tratter. Die Bürgermeister feierten die Fertigstellung der Hauptleitungen, die die Hauptknoten in den Gemeinden verbinden und über die Bezirksgrenzen inzwischen auch bis nach Südtirol und Kärnten reichen. Ein weiterer Anschluss über Matrei i. O. nach Salzburg ist in Planung und soll zusätzliche Ausfallsicherheit bringen. Insgesamt 21 Mio. Euro haben die Gemeinden bisher ausgegeben, jeweils für die Vernetzung zu allen Grundstücken auf eigenem Gebiet und regional zueinander. Am Beispiel Nußdorf-Debant wird deutlich, dass diese Ausgaben früher oder später sogar Erträge bringen. „Wir nehmen durch die Vermietung unserer Lichtfasern an die drei Internetanbieter schon jetzt mehr Geld ein, als wir jährlich für die Rückzahlung der nötigen Kredite ausgeben“, erklärte Bürgermeister Andreas Pfurner. Denn rund ein Drittel der monatlichen Gebühren, die jeder einzelne Kunde für seinen Internetzugang bezahlt, fließt als Leitungsmiete wieder in die Gemeindekasse zurück.

In Zukunft werde das Lichtwellennetz nicht nur Daten transportieren und Vorgänge dokumentieren, sondern kommunale Steuerungsaufgaben übernehmen, meinte Oskar Januschke, der für die Stadt Lienz mögliche Anwendungen in der Wasserversorgung sieht. „Unsere Daten sind das Gold des digitalen Zeitalters.“


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