WSG Tirol muss gegen Ried ran: Der Zweck heiligt die Mittel

Von einem „Muss-Sieg“ gegen Ried will im Lager der WSG Tirol heute (17 Uhr) keiner sprechen. Wie wichtig das Bundesliga-Heimspiel gegen die Innviertler ist, untermauert aber ein Blick auf die Tabelle.

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Auf Juve-Leihgabe Giacomo Vrioni (Zweiter v. l.) muss die WSG Tirol auch heute gegen Ried im Tivoli verzichten – Bror Blume, Thanos Petsos, Leon Klassen und Raffael Behounek (v. l.) sind als Führungskräfte besonders gefragt.
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Von Alex Gruber

Innsbruck – Mit der Leichtigkeit des Seins schreitet heute im Tivolistadion mit Sicherheit der SV Ried auf den Rasen. Zwölf Punkte haben die Wikinger in dieser Saison mit ihrer defensiven Fünferkette, Stärke bei Standard- und Umschaltsituationen erobert, zuletzt tankten die Oberösterreicher in der Liga mit einer Aufholjagd gegen den WAC (von 0:3 auf 3:3) wie souveränem 3:1-Cuperfolg über Steyr weiteres Selbstvertrauen.

„Sie sind in einer phantastischen Verfassung, erinnern an unsere Vorsaison. Wir werden höllisch aufpassen und immer ein Auge auf unsere Restverteidigung werfen müssen“, weiß WSG-Tirol-Cheftrainer Thomas Silberberger um die Gefahrenherde, die vom heutigen Gegner drohen.

Die WSG Tirol muss sich nach dem wichtigen 4:2-Cupsieg bei Zweitligist GAK (weiter) neu erfinden. Sprich jene, die in der Vorsaison Reservisten (z. B. Sabitzer, Müller, Klassen ...) waren, müssen in die Rollen wichtiger Stammspieler hineinwachsen. Und jene, die aus der Regionalliga – wie beispielsweise Stefan Skbro – nach oben gezogen werden, müssen mutig zu Werke gehen.

Glänzte mit einem Dreierpack: Haris Tabakovic (Lustenau).
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„Ich lasse mir die Mannschaft nicht mehr schlechtreden“, hat Silberberger Vertrauen in seine Jungs. Im Wissen, dass es um das „Mindset“ geht – eben jene Bereitschaft, in der obersten heimischen Spielklasse hochkonzentriert zur Sache zu gehen. Am Material (neben Kreuzbandopfer Tobias Anselm fehlen erneut Juve-Leihgabe Giacomo Vrioni und Innenverteidiger Maxime Awoudja) wird sich nicht viel ändern, nur Zan Rogelj kehrt nach seiner Cup-Pause wieder in den Matchkader zurück.

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„Es ist zu früh, Weltuntergangsszenarien heraufzubeschwören“, nimmt „Silbi“ das Wort Pflichtsieg nicht in den Mund. Dass es für das sieglose Tiroler Tabellenschlusslicht auch in der Liga Zeit für den Turnaround wäre, liegt klarerweise auf der Hand.

Im Hintergrund läuft bei der WSG die Suche nach einem neuen Stürmer, im Idealfall Mitte 20, der sofort helfen kann. Es ist bei vielen Angeboten die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Womit man bei einem weiteren wichtigen Aspekt wäre – der Nervenstärke: Auch über sie führt der Weg zu Punkten. Schön (siehe Zitat von Ried-Coach Andi Heraf) muss das eigene Spiel nicht sein – der Zweck heiligt die Mittel.


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